Bauernblog

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Nachgefragt: Stimmt es, der Bauer weiß nicht, was er an seine Tiere verfüttert?!

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Nein.

Oft liest und hört man in der Presse, dass die Landwirte gar nicht wüssten, was alles in ihrem eingekauften Futter enthalten sei. Aber das stimmt nicht! Denn Futtermittel sind mit all ihren Bestandteilen umfangreicher zu beschriften als Lebensmittel.

Dies setzt das LFGB (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch) und eine EU-Verordnung fest. Bei loser Ware geschieht dies über den Lieferschein, bei verpackter Ware befinden sich die Informationen direkt auf der Packung.

Doch was steht da nun genau drauf?

Die Kennzeichnung von Futter – ob Einzelfuttermittel, Mineralfutter, andere Ergänzungsfutter oder Alleinfutter – ist ein wesentlicher Bestandteil der Information an den Landwirt. Es stehen folgende Informationen auf der Kennzeichnung (Deklaration):

Zusammensetzung

Die Zusammensetzung der Mischfutter ist verbindlich mindestens in absteigender Reihenfolge ohne Angabe der Mengen bzw. der prozentualen Anteile zu kennzeichnen. Gleichzeitig ist die Angabe der prozentualen Gehalte aber als freiwillige Angabe bei allen Mischfuttern erlaubt und kann vom Hersteller offen gelegt werden. Sie muss – in bestimmten Grenzen – offen gelegt werden, wenn bestimmte Bestandteile besonders hervorgehoben werden oder wenn ein Tierhalter dies wünscht und der Anspruch auf Schutz des Know-hows nicht massiv beeinträchtigt wird.

Inhaltsstoffe

Eine gesetzlich vorgeschriebene prozentuale Angabe von Nährstoffen ist hierunter zu finden. Dies ist für den Landwirt besonders wichtig, um genau zu wissen, wie viel Rohprotein (Eiweiß), Rohfett, Rohfaser, Rohasche oder auch Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor, Natrium er an seine Tiere verfüttert – vor allem, wenn dies eine Ergänzung zu seinem selbst herstellten Futter, wie Getreide oder Mais, ist. Besonders wichtig ist auch die Angabe des Energiegehaltes (in MJ je kg). Die Hersteller geben die Energie in der Regel freiwillig auf der Deklaration an, da sich darauf die gesamte Fütterung und Rationsgestaltung stützt.

Zusatzstoffe

Alle im Futter enthaltenen Zusatzstoffe, für die ein Höchstgehalt festgesetzt ist, werden mit ihrer Menge je kg aufgelistet. Dies sind fast alle Spurenelemente, Aminosäuren, Enzyme, Mikroorganismen etc. Für Vitamine werden sehr viele Mengenangaben von den Herstellern freiwillig gemacht.

Bild: Beispiel einer Futtermittelkennzeichnung

Fütterungshinweis

Neben diesen Inhaltsangaben gibt der Futterhersteller seinem Landwirt auch noch eine kurze Beschreibung, wofür dieses Futter verwendet wird. Dies enthält also den Hinweis, ob es z. B. ein Futter ist, mit dem die Tiere allein gefüttert werden können (sog. Alleinfutter), oder ob es eine Ergänzung zu dem Grundfutter ist. Bei Ergänzungsfutter muss außerdem verbindlich eine tägliche Höchstmenge oder ein maximaler Rationsanteil angegeben werden, damit z. B. die Aufnahme von Zusatzstoffen nicht über die zulässigen Höchstgrenzen hinausgeht.

Dazu müssen maßgebliche Einzelheiten zur Rückverfolgbarkeit der Futtermittel im Falle einer Beanstandung (wie z. B. Bezugsnummer der Partie, Anerkennungs-Nr., QS-ID und Adresse) angeben sein.

Freiwillige Angaben

All die oben genannten Angaben geben das Mindestmaß an verbindlicher Kennzeichnung an. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit z. B. Parameter wie nutzbares Rohprotein am Darm, verdauliche Aminosäuren und vieles mehr freiwillig anzugeben. In jedem Fall handelt es sich dabei ebenfalls um wissenschaftlich überprüfbare, objektive Angaben. Auch diese unterliegen wie die Pflichtangaben zum Schutz der Futterkäufer der amtlichen Futtermittelkontrolle.

Text: Deutscher Verband Tiernahrung, DVT

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Aus vollem Korn

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Kleine Warenkunde: Pseudogetreide

 (aid) – Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) und dürfen kein herkömmliches Getreide essen. Neben Kartoffel- und Reisprodukten stellen so genannte “Pseudogetreide”, die kein allergieauslösendes Gluten (Klebereiweiß) enthalten, eine Alternative für Zöliakiebetroffene dar. Buchweizen, Amaranth und Quinoa sind botanisch gesehen kein Getreide, werden aber aufgrund ihrer Verwendung gerne dazugezählt. Im engeren Sinne handelt es sich um Samen, die als Korn, Grütze oder Mehl verarbeitet werden. Buchweizen ist ein Knöterichgewächs, das in Mittel- und Ostasien sowie in Europa heimisch ist und in seiner Zusammensetzung dem Getreide sehr ähnlich ist. Seine Früchte sehen aus wie kleine Bucheckern und haben eine nussige, leicht bittere Note. Ganze Buchweizenkörner, in der Pfanne leicht angeröstet und mit gebratenen Speckwürfeln bestreut, schmecken gut als Beilage zu Fleischspeisen. Auch aus Buchweizengrütze lassen sich schmackhafte Breie, Suppen und Aufläufe zubereiten. Aus dem leicht gräulich-grünen Mehl kann man zum Beispiel Buchweizenpfannkuchen oder -knödel zubereiten. Amaranth zählt botanisch zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und ist in seiner Heimat Südamerika eine der ältesten kultivierten Pflanzen. Wie Mais können Amaranthsamen durch intensive, kurze trockene Hitze (ohne Fettzugabe) gepoppt werden, zum Beispiel für Müslis.

Die Herstellung von Vollkornmehl erfolgt entweder aus unbehandelten oder gepoppten Körnern. Amaranthmehl eignet sich nur begrenzt zum Backen von Brot, Teigwaren oder Pfannkuchen, weil das nötige Klebereiweiß nicht enthalten ist. Amaranthkörner lassen sich ferner für Suppen, Gemüsepfannen, Aufläufe und Süßspeisen verwenden. Beim Kochen entfalten sie ihren typisch nussigen Geruch.

Im Gegensatz zu Amaranth enthält die Samenschale der Quinoa, die ebenso aus Südamerika stammt und ein Gänsefußgewächs ist, größere Mengen an bitter schmeckenden Saponinen. In Deutschland erhältliche Quinoa ist in der Regel entbittert, in den meisten Rezepten wird dennoch das Waschen empfohlen, um etwaige Rückstände zu entfernen. Die Verwendungsmöglichkeiten der Quinoa entsprechen denen von Amaranth. Der nussig, leicht bitter schmeckende Samen wird ähnlich wie Reis gewaschen und dann mit gut der zweifachen Menge Wasser aufgekocht. Dann lässt man sie bei kleiner Flamme etwa 15 Minuten quellen. Rezepte mit Buchweizen, Amaranth oder Quinoa sowie Informationen rund um Glutenunverträglichkeit finden Interessierte auch auf den Internetseiten der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (www.dzg.de).
Ira Schneider, www.aid.de

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Nachhaltige Strategien für die Rinderhaltung

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Klimaschutz durch Langlebigkeit und bessere Fruchtbarkeit

Beim Fachsymposium “Rinderhaltung als Beitrag zu Landnutzung und Klimaschutz?” in Göttingen sprach sich Professor Dr. Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) für nachhaltige Strategien aus. Diese beinhalten das Mobilisieren von physiologischen Leistungsgrenzen, Verringern von Leistungseinbußen durch Krankheiten, Verbesserung des Managements sowie Betreuungsprogramme in Bezug auf Fruchtbarkeit, Eutergesundheit, Fütterungsoptimierung sowie Robustheit und Langlebigkeit der Tiere.

Enorme Optimierungsmöglichkeiten gibt es seiner Meinung nach in Entwicklungsländern bei Milchleistungen zwischen 1 000 und 4 000 Kilogramm. Mit Blick auf den Klimaschutz sei eine Milchleistungssteigerung bei diesen Kühen wesentlich effektiver als bei Hochleistungstieren durch vermehrten Kraftfuttereinsatz. Doch auch in Mitteleuropa könnten auf der Basis von Raufutter 6 000 bis 6 500 Kilogramm gemolken werden.

Die Kehrseite einer starken Intensivierung sei der hohe Bedarf an Konzentrat-Importen, Pansenbelastung und Stoffwechselstörungen durch hohe Kraftfuttergaben sowie geringere Nutzungsdauer, unter anderem bedingt durch “Produktionskrankheiten”. Niggli spricht sich im Rahmen einer Fruchtbarkeitsoptimierung auch gegen eine zu frühe Belegung von Färsen aus. Mehrjährige Untersuchungen auf 100 Pilotbetrieben des FiBL hätten gezeigt, dass mehr Laktationen möglich seien, wenn das Erstkalbealter zwischen 31 und 36 Monaten lag. Ebenso wäre es im Sinne des Klimaschutzes, wenn die Remontierungsraten gesenkt werden könnten.

Seit 2009 läuft in der Schweiz das Projekt “Feed no Food”. Die dem Projekt angeschlossenen 77 Betriebe arbeiten nach unterschiedlichen Fütterungskonzepten, die Kraftfuttergaben von zehn Prozent (Höchstmenge gemäß Schweizer Biolabeln), eine Reduktion von fünf Prozent sowie den vollständigen Ausstieg aus der Verfütterung von Kraftfutter vorsehen. Es soll untersucht werden, wie sich die reduzierten Kraftfuttergaben auf die Tiergesundheit, auf die Qualität von Milch und Fleisch, auf die Betriebswirtschaft und auf die Umwelt auswirken. Niggli stellte weiterhin die Auswertung von 44 Langzeitversuchen vor, in denen die Kohlenstoff-Bindung im Oberboden untersucht wurde. Die Auswertung ergab, dass in ökologisch bewirtschafteten Flächen mehr Kohlenstoff im Oberboden gebunden ist. Als Ursachen nannte Niggli die Kreislaufwirtschaft sowie den Anbau von Kleegras. Diese Ergebnisse unterstützten die Bedeutung der “Raufutter-Kuh” auch für das Klima. Darüber hinaus sollten Zweinutzungs-Rassen favorisiert werden, weil sonst zusätzlich eigene Fleischrassen notwendig sind. Auch das könne zu einer Reduzierung der Methan-Emissionen beitragen.

Text: aid

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7. Juchem Agrar-Dialog

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Der 7. Juchem Agrar-Dialog, eine Vortragsveranstaltung für unsere Kunden aus dem Bereich Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem  Bauernverband Saar findet statt:

am:                 Dienstag, 5. April 2011
um:                 20.00 Uhr
im:                  big Eppel in Eppelborn, Europaplatz 4 (Koßmann-Forum)
Thema:           Perspektiven der tierischen Veredelung
Referent:         Peter Radewahn, Geschäftsführer beim Deutschen Verband Tiernahrung e.V. (DVT), Bonn
                      


Peter Radewahn wird ausgehend von den jüngsten Dioxinfällen und der aktuellen Diskussion über GVO einen Überblick über die Herausforderungen für die tierische Veredelung Deutschlands im europäischen Rahmen geben.

Zu der Person des Referenten: Peter Radewahn studierte Agrarwissenschaften an der Universität Bonn mit dem Abschluss Diplom-Agraringenieur. 1983 begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Geschäftsstelle des Bundesverbandes der Mischfutterhersteller zu arbeiten. Dort war er unter anderem mit Futtermittelkontrollen und mit Vorgängen um unerwünschte Stoffe in der Futtermittelkettezuständig beschäftigt. 1994 wurde Peter Radewahn Geschäftsführer des Verbandes. Nach der Fusion mit dem Fachverband der Futtermittelindustrie im Jahr 2000 arbeitet er als Geschäftsführer des damals neu gegründeten Deutschen Verbandes Tiernahrung e.V. Seit 2005 befasst er sich wieder mit seinem Arbeitsbereich Tierernährung, Wissenschaft, Futtermittelrecht. Seit 2007 ist er Herausgeber der Zeitschrift Feedmagazine – Kraftfutter.
Peter Radewahn hat seit 2010 einen Lehrauftrag für Tierernährung an der Universität Bonn.