Bauernblog

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Subklinisches Milchfieber …

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ein häufig auftretendes Problem

Die Milchfiebererkrankung, auch Gebärparese oder Hypocalcämie genannt, gehört zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen in Milchviehherden. Während etwa 5 – 8 % aller Tiere sichtbar (klinisch) an Milchfieber erkranken, so sind etwa 30 % der Kühe eines Bestandes vom nicht sichtbaren (subklinischen) Milchfieber betroffen.

Ursache des Milchfiebers ist eine unzureichende Calciumverfügbarkeit. Das frei im Blut verfügbare Calcium beträgt lediglich 3 g, mit dem Kolostrum werden aber bereits 30 – 60 g Calcium ausgeschieden. Die mit dem Futter aufgenommene Menge an Calcium reicht nicht aus, um diesen hohen Bedarf zu decken.

Durch ein kompliziertes Zusammenspiel der Hormone Parathormon und Calcitonin aus der Nebenschilddrüse und dem Vitamin D kann Calcium aus den Knochen mobilisiert werden. Wird während der Trächtigkeit reichlich Calcium gefüttert, werden diese Funktionen heruntergefahren, weil genügend Calcium vorhanden ist. Die Reaktivierung des Zusammenspiels braucht aber Zeit, in der Regel 2 – 3 Tage. Während dieser Zeit kommt es zu einem gravierenden Calciummangel. Da das Calcium an den Muskelkontraktionen beteiligt ist, können diese bei einem Calciummangel nicht mehr ausgeführt werden.

Klinisches Milchfieber äußert sich im Festliegen nach der Geburt, der Kopf ist zum Bauch gedreht, die Kuh leidet unter Bewusstseinsstörungen. Hier besteht Lebensgefahr für das Tier und es ist höchste Zeit für den Tierarzt, um die Kuh durch eine Calciuminfusion noch zu retten.

Schwerer zu erkennen ist das subklinische Milchfieber, obwohl auch diese Erkrankung zu gravierenden Schäden und finanziellen Einbußen führen kann. Wegen der geschwächten Muskelkontraktionen können nachstehende Störungen auftreten:

  • Schwergeburten und Nachgeburtsverhaltungen, weil die Muskelkontraktionen in der Gebärmutter nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren
  • Euterentzündungen, da sich die Zitzenschließmuskel nach dem Melken nicht mehr richtig schließen und Umweltkeime leichter in das Euter gelangen und dort z. B. eine Mastitis auslösen können
  • Ketose, weil durch fehlende Pansenkontraktionen die Verdauung gestört und damit die Futteraufnahme reduziert wird
  • Labmagenverlagerungen wegen der Muskelschwäche
  • Auch über eine Schwächung der Immunabwehr wird in der Fachpresse diskutiert.

Betriebswirtschaftler rechnen mit einem Schaden von etwa 350 € pro Milchfieberfall.

Wie kann der Tierhalter vorbeugen?

Durch eine spezielle Rationsgestaltung während der Trockenstehphase kann das Risiko einer Milchfiebererkrankung gesenkt werden.

Calciumarme Rationen während der Trockenstehzeit: Dadurch wird eine leichte Calciumunterversorgung simuliert und das System der Calciummobilisierung trainiert. Die Rationen sollten nicht mehr als 4 – 5 g Calcium/kg Trockenmasse enthalten. Dieser Wert wird oft durch den Einsatz von Grassilagen mit hohen Calciumgehalten überschritten.

Die Kuh ist in der Lage, den pH-Wert im Blut zu regeln: Liegt der pH-Wert im leicht sauren Bereich, werden Calcium und Phosphor leichter aus den Knochen freigesetzt. Im alkalischen Bereich (>pH 7) ist diese Freisetzung wesentlich schwieriger. Hohe Kaliumgehalte im Futter, insbesondere in Grassilagen, die stark mit Gülle gedüngt wurden, verschieben den pH-Wert in den alkalischen Bereich und unterstützen so das Risiko einer Milchfiebererkrankung.

Eine Untersuchung des Grundfutters und die Berechnung der Calcium- und Kaliumgehalte oder besser noch des DCAB-Wertes in Rationen für Trockensteher ist der erste und einfachste Schritt.

Der Einsatz saurer Salze ist häufig mit Problemen verbunden, da diese sehr schlecht gefressen werden und ihr Einsatz genau kontrolliert werden muss. Zusätzlich ist die Ration mit 120 bis 150 g Calcium zu ergänzen, da durch die sauren Salze der Calcium-Stoffwechsel stark angeregt und die Ausscheidung von Calcium über den Urin gefördert wird. Saure Salze dürfen grundsätzlich nur in den letzten 2 – 3 Wochen vor dem Kalben eingesetzt werden und müssen unmittelbar danach abgesetzt werden.

Insgesamt hat sich der Einsatz dieser sauren Salze in der Praxis nicht so recht durchgesetzt. Über eine interessante Neuentwicklung zur Milchfiebervorbeuge berichten wir in unserem nächsten Newsletter.

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Apps für die Landwirtschaft

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Agrartechnik auf dem Smartphone

Immer kleiner, immer praktischer werden Innovationen in der Landwirtschaft. Mit wachsender Verbreitung und Beliebtheit der Smartphones halten auch die so genannten “Apps” Einzug in die moderne Welt der Agrartechnik. “App” ist die Abkürzung für das englische Wort “Application” und meint eine Anwendung, die auf das eigene Handy (Smartphone) heruntergeladen werden kann. Einige Apps sind frei, andere kostenpflichtig. Der Dschungel der verschiedenen Techniken ist allerdings nicht auf einen Blick überschaubar. Für das Google Betriebssystem Android gibt es nach Angaben der Internet-Plattform “Agrarapps” derzeit über 150.000 Apps und für das iPhone alleine insgesamt mehr als 200.000 Apps.

Als Apps für den Bereich Pflanzenschutz stehen beispielsweise die Anwendungen “Spray Calc” – ein Rechner zur Bestimmung von Pflanzenschutzmittelmischungen, “PSM Check” – eine Datenbank aller in Deutschland zugelassener Pflanzenschutzmittel, und “PSM Hinweise” – für Regionale Pflanzenschutzhinweise zur Verfügung. Praktisch können auch Tools zur Flächenvermessung sein, bei dem die Fläche einfach mit dem Handy per GPS automatisch vermessen und das Ergebnis auf dem Display angezeigt wird. Schadbilder auf dem iPhone helfen bei der Bestimmung von Pflanzenkrankheiten. Der Landwirt kann typische Pflanzenkrankheiten bei Zuckerrüben, Raps, Kartoffeln, Mais, Weizen, Gerste und Roggen anhand von Fotos der jeweiligen Schadbilder erkennen. Per kostenpflichtigem App-Abo lassen sich auch die Kurse an den Warenterminbörsen für Getreide und Ölsaaten verfolgen. Ein weiteres Tool ermöglicht die Einsicht von Wettervorhersagen speziell für die Landwirtschaft. Der Anbieter verspricht neben einem detaillierten Wetter für den jeweiligen Standort, das mehrmals am Tag aktualisiert wird, auch Einsatzempfehlungen für Pflanzenschutzmittel.

Auch eine mobile Ackerschlagkartei ist per App erhältlich. Sie ermöglicht, Angaben und Maßnahmen für das jeweilige Feldstück gleich vor Ort einzugeben. Bodenbearbeitungsmaßnahmen, Pflegemaßnahmen, Düngungs- und Pflanzenschutzarbeiten sind bereits im Programm hinterlegt und müssen nur abgerufen werden. Einen Überblick über nützliche Apps für den Landwirt und eine praxisnahe Bewertung bietet die Internetplattform agrarapps.com, ein privat geführter Blog, der neben dem Bericht über eigene Erfahrungen außerdem zum Austausch von Bewertungen einlädt.

Quelle: www.aid.de

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Mineralstoffversorgung in der Milchviehfütterung

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Mineralstoffe dienen dem Körper als Baustoffe (Knochen, Zähne, Gewebe etc.) und sind Bestandteile tierischer Produkte (Fleisch, Milch, Eier etc.). Sie sind ebenso Bestandteil von Enzymen und Hormonen, an Stoffwechselprozessen beteiligt, helfen Muskeln, sich zu bewegen und Nahrung zu verdauen.

Ein Mangel an Mineralstoffen führt zu gesundheitlichen Schäden, Fruchtbarkeitsstörungen, Leistungsminderungen und Qualitätsproblemen. Je höher die Leistung unserer Nutztiere, desto wichtiger ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen. Mineralstoffe sind lebenswichtige Grundstoffe, die mit der Nahrung dem Körper zugeführt werden müssen. Man unterscheidet dabei in Mengenelemente (Calcium, Phosphor, Kalium, Natrium, Magnesium, Chlor und Schwefel) und Spurenelemente (Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Kobalt, Jod, Molybdän und Selen).

Spurenelemente sind anorganische Elemente, die nur in geringen Konzentrationen (<50 m/kg Körpergewicht) im Körper vorkommen. Ein anhaltender Mangel an Spurenelementen kann klinische Erscheinungen verursachen, die aber oft nicht eindeutig sind. Im Folgenden betrachten wir einige wichtige Spurenelemente und erläutern die klinischen Erscheinungen, die bei einem Mangel an diesen Spurenelementen auftreten:

Selen

Selenmangel ist in unseren Regionen relativ häufig, da der Südwesten von Deutschland allgemein als Selen-mangelgebiet gilt. In den Wintermonaten ist der Selenmangel deutlicher ausgeprägter als in den Sommermonaten. Selenmangel verursacht Wachstumshemmungen, Immunsupressionen, Fruchtbarkeitsstörungen, Verkalbungen, Nachgeburtsverhaltungen, Gebärmutterentzündungen und Ovarzysten. Vermindertes Haarwachstum und Muskelschwund werden ebenfalls genannt. Selenreich sind Maisnachprodukte und Sojaschrote. Getreide enthält wenig Selen, ebenso Gras- und Maissilagen. Die Selengehalte in Futtermitteln hängen sehr stark von der Bodenart und der Düngung ab.


Vorsicht: H
ohe Selenmengen wirken toxisch.

Kupfer

Kupfer ist für Strukturen von Haar und Wolle verantwortlich, für eine gute Ausbildung des zentralen Nervensystems und des Skeletts sowie die Fruchtbarkeit und das Immunsystem. Kupfer wird von Wiederkäuern nur in geringen Mengen vertragen. Mangelerscheinungen äußern sich durch Lecksucht, Gewichtsabnahme, Anämie, Störungen in der Knochenbildung, Erde fressen und starke, unstillbare Durchfälle. Die Fruchtbarkeit wird ebenfalls negativ beeinflusst, es zeigen sich Konzeptionsstörungen, stille Brunsten, frühe Embryonaltode und Nachgeburtsverhaltungen. Ein deutliches Zeichen ist auch die „Brillenbildung“, eine Haarverfärbung rund um die Augen. Vor allem in Sand- und Moorböden sind die Kupfer-Gehalte sehr niedrig. Wenig gehaltvoll an Kupfer sind Rüben, Getreide und Milchprodukte. Grünfutter, Heu und Silage haben einen mittleren Gehalt, Bierhefe, Ölschrote und -kuchen einen hohen Gehalt an Kupfer.

Vorsicht: Schafe sind besonders empfindlich gegen Kupfer, daher keine Milchleistungs- oder Kälberfutter an Schafe füttern.

Eisen

Ein Mangel an Eisen äußert sich durch blasse Schleimhäute (Augen, Zunge), ein raues Haarkleid, Abmagern und verminderte Krankheitsresistenz. Eisen hat eine zentrale Funktion im Sauerstofftransport des Blutes und ist wichtiger Bestandteil von Enzymen und Proteinen. Mit Ausnahme von Hackfrüchten und Milch sind die meisten Futtermittel reich an Eisen. In Ölsaaten und Getreidenachprodukten ist das Eisen jedoch schlecht verfügbar (Eisenphytat).

Zink

Eine Zinküberversorgung hat keine negativen Folgen, eine Unterversorgung  jedoch führt zu Wachstumshemmungen, Haarausfall, Haut- und Klauenschäden, Fruchtbarkeitsstörungen (reduzierte Konzeptionsrate, später Nachgeburtsverhaltungen) und einem Rückgang der Milchleistung. Auch Klauenprobleme treten häufiger auf. Rauh- und Saftfuttermittel sowie Getreide enthalten wenig Zink. Ölschrote, Hefen und Biertreber sind dagegen zinkreich.

Mangan

Mangan ist am Stoffwechsel beteiligt, an Blutfarbstoff und Fellpigmentierung. Es steuert das Knochenwachstum und den Ablauf der Geschlechtsfunktionen. Bei einem Manganmangel kommt es zu stillen Brunsten, einer gestörten Libido des Bullen inklusive schlechter Spermaqualität, vermehrten Aborten und hoher Kälbersterblichkeit. Eine anormale Skelettentwicklung wurde ebenfalls beobachtet. Ölkuchen und -schrote, Kräuter und Leguminosen enthalten viel Mangan.

Eine Diagnostik der Mangelsituation im Betrieb erfolgt über die Blutuntersuchung. Bitte sprechen Sie bei einem Verdacht mit ihrem Tierarzt.Vorsorgen können Sie einem Mangel an Spurenelementen vor allem durch die tägliche, angepasste Mineralfutterversorgung. Diese hängt zum einen von der Leistung des Tieres ab (Milchleistung, Wachstum), zum anderen auch von den Spurenelement-Gehalten in ihren Futtermitteln. Eine zusätzliche Untersuchung Ihrer Grundfuttermittel zumindest auf den Gehalt an Mineralstoffen  macht auf  jeden Fall Sinn und kostet weniger als eine evtl. zu hoch bemessene Mineralfuttergabe oder die Probleme, die ein Mineralstoffmangel bei den Tieren mit sich bringt.

Die Mitarbeiter der Juchem-Gruppe beraten Sie gerne zu diesem Thema und berechnen eine für Ihre  Tiere passende Futterration mit einem angepassten Mineralfutter.

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Landwirtschaft entlastet Verbraucher

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Die Landwirtschaft hat sich in den vergangenen 50 Jahren rascher verändert als in den Jahrhunderten zuvor. Die Anpassungsleistung war enorm. Nutznießer dieser Dynamik sind nach Auffassung des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) in Bonn letztlich die Verbraucher. Sie genießen nicht nur ein reichhaltiges Angebot qualitativ hochwertiger Agrarprodukte, sondern sie bezahlen dafür – relativ gesehen – auch immer weniger.

Jahr für Jahr wird weniger Arbeitszeit aufgewendet, um sich das Sattwerden leisten zu können. Für 1 kg deutsche Markenbutter musste beispielsweise 1970 noch 88 Minuten gearbeitet werden, 39 Jahre später waren es nur noch 12 Minuten. Für 1 kg Schweinekotelett war 1970 der Aufwand von 96,2 Minuten erforderlich und im Jahr 2009 waren es nur noch 23 Minuten.

Der Durchschnittshaushalt gibt nach Angaben des RLV heute weniger als 12 % des Einkommens für Ernährung aus – 1950 war es noch mehr als die Hälfte, 1970 fast noch ein Viertel. Das, was nicht für Essen und Trinken ausgegeben wird, steht für andere Dinge zur Verfügung: für Wohnen, Kleidung, Auto, Reisen. Die rasante Erhöhung des Lebensstandards geht, so der RLV, zum erheblichen Teil auch auf die Rationalisierung in der Landwirtschaft zurück. Gleichzeitig sind die Agrarpreise heute Inflationsbremse Nummer eins.

Quelle: Rheinischer Landwirtschafts-Verband e.V.

Foto: © Elena Schweitzer – Fotolia.com