Bauernblog

Fachtagung Milchwirtschaft in Göttingen

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Was bedeutet die GAP-Reform für Milchviehbetriebe?

Die Umsetzung der GAP-Reform kann aufgrund des engen Zeitplanes wahrscheinlich erst im Januar 2015 erfolgen, so die Einschätzung von Professor Dr. Bernhard Brümmer von der Universität Göttingen. Die viel diskutierten Vorschläge der EU-Kommission wirken in Bezug auf die Milchwirtschaft über den Wegfall der Quoten, Änderungen bei den Direktzahlungen sowie über das “Greening”.

Brümmer sagte bei der 6. Fachtagung für Milchwirtschaft im Dezember 2011 in Göttingen, dass seiner Einschätzung nach das Auslaufen der Quoten nur marginale Einflüsse auf die Preisentwicklung haben werde, weil der europäische Milchpreis aufgrund der Netto-Exportsituation der EU am internationalen Milchpreis hänge. Das Ende der Quoten werde aber die regionale Spezialisierung verstärken. Die Auswirkungen der Direktzahlungen könnten regional sehr stark schwanken und bei einzelnen Betrieben zum Teil starke Einkommenseffekte haben. Die Kosten des “Greening” in Deutschland schätzt die Kommission auf rund 45 Euro pro Hektar prämienberechtigter Fläche, EU-weit sollen die Kosten bei rund 30 Euro pro Hektar liegen. Diese Durchschnittszahlen verstellen Brümmer zufolge den Blick auf die regional sehr unterschiedlichen Auswirkungen. So werde das Dauergrünland-Umbruchverbot in Grünlandregionen kaum zusätzliche Kosten verursachen, während die verbindliche Einhaltung einer mindestens dreigliedrigen Fruchtfolge in spezialisierten Maisanbauregionen hohe Kosten nach sich ziehen dürfte. Brümmer bezeichnete das “Greening” als relativ grobes Instrument, weil damit den regionalen Besonderheiten nicht genügend Rechnung getragen werde. Als ungelöste Probleme der GAP bezeichnete Brümmer unter anderem die Handelswirkungen der EU-Agrarpolitik. Problematisch aus seiner Sicht ist auch die mangelnde Zielgenauigkeit der Instrumente der GAP in Bezug auf die Ziele “Bekämpfung des Klimawandels”, “Bekämpfung des Biodiversitätsverlustes” und “effizientere Wassernutzung”. “In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Greening und Cross Compliance hier hilfreich sind.”

Die der Zweiten Säule zugehörigen Agrarumweltprogramme seien abhängig von der Ausrichtung auf konkrete Ziele. Insgesamt seien die Reformvorschläge nicht konsequent auf Ziele ausgerichtet und ignorierten beim “Greening” regionale Besonderheiten. Als positive Effekte der geplanten GAP-Reform bezeichnete Brümmer abschließend den Abbau von Verzerrungen auf einzelnen Märkten sowie den erleichterten Marktzugang. Allerdings überwiegen für den Göttinger Agrarökonom die negativen Folgen: Nach wie vor gebe es Verzerrungen und Spielraum für nicht vorhersehbare Eingriffe der Politik, und die gestiegene Komplexität ziehe wiederum ein Mehr an Bürokratie nach sich. Eine über das Jahr 2020 hinaus zukunftsfähige GAP sollte nach Ansicht von Brümmer einen klaren Pfad für den Ausstieg aus den Direktzahlungen beschreiten, das innereuropäische Transfersystem und die GAP trennen, den Strukturwandel begleiten, Einkommenspolitik unter Berücksichtigung der Bedürftigkeit betreiben, im Bereich der öffentlichen Güter das Prinzip der Subsidiarität stärker in den Vordergrund rücken bis hin zu einer Renationalisierung von nur lokal wirksamen Umweltmaßnahmen, im Bereich der Markt- und Preispolitik ein Sicherheitsnetz gewähren.

Text: aid

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Märkte aus dem Gleichgewicht, Vermahlung auf Rekordhöhe

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Deutsches Mehl europaweit am günstigsten

Bonn, 30. November 2011. Nirgendwo in Europa werden Mahlerzeugnisse zu so günstigen Preisen gehandelt wie in Deutschland. Auf der anderen Seite sehen sich die deutschen Mühlen mit Einkaufspreisen für Brotgetreide konfrontiert, die in der jüngsten Vergangenheit wiederholt drastisch in die Höhe gingen.

Die Preisschwankungen im Mühlenbereich sind fast ausschließlich auf die Getreidepreise zurückzuführen. Das zeigen die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Preisindizes: Bei den Einkaufspreisen für den Mühlenrohstoff Weizen hat es in den letzten Jahren wiederholt extreme Verteuerungen gegeben. Diese folgen bei der weltweit bedeutendsten Getreideart Weizen den Preisen am Weltmarkt, der auf größere Nachfrage mit steigenden Preisen reagiert. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind dabei knappe Ernten in wichtigen Erzeugerländern, das Wachstum der Weltbevölkerung, Änderungen der Verzehrgewohnheiten und die Förderung der Agroenergie. Die Mühlenabgabepreise für Weizenmehl in Deutschland folgen zwar in der Tendenz der Entwicklung der Getreidepreise, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau und jeweils mit Zeitverzug.

Ähnlich ist die Situation bei Roggen, auch wenn diese Getreideart im Welthandel kaum eine Rolle spielt. Hier sind es auch heimische Probleme, die aktuell den Markt beeinflussen. Stark eingeschränkte Roggenanbauflächen und der qualitative „Nahezu-Total-Ausfall“ in einigen der klassischen Lieferregionen Ostdeutschlands führen zu Engpässen in der regionalen Rohstoffbeschaffung. Es ist schon lange her, dass der Anteil von Brotroggen an der Erntemenge mit 50 Prozent so niedrig geschätzt wurde wie in diesem Jahr. Das hat sich bereits in drastisch gestiegenen Einkaufspreisen für Brotroggenqualitäten bemerkbar gemacht, die in der diesjährigen Ernte in bislang ungekannte Höhen schnellten und teilweise sogar Elite-Weizen-Niveau überschritten.

Von der Kostenschere zum fairen Kosten-Sharing

Diese Situation führt in der Müllerei zu einer dramatischen Kostenschere: Auf der einen Seite stehen die – für die Landwirtschaft sicherlich erfreulich – hohen Getreide-Einstandspreise, die in der betrieblichen Kalkulation einer Mühle mit rund 80 Prozent den Löwenanteil ausmachen. Auf der anderen Seite sind kostendeckende Verkaufspreise am Markt vielfach nicht zu realisieren, weil sich die Mehlnachfrage fast ausschließlich an Niedrigpreisen orientiert und auf Qualitätsaspekte wenig Rücksicht nimmt. So befindet sich die heimische Müllerei nach Ansicht des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM) in einer extrem schwierigen „Sandwich“-Position zwischen Landwirtschaft und Backgewerbe. „Die Umsatzrendite liegt im Branchendurchschnitt deutlich unter einem Prozent, was Produktentwicklungen, Innovationen und Investitionen erschwert. Aktuell schreibt eine Reihe von Mühlen sogar rote Zahlen. Das gefährdet diebetriebswirtschaftliche Zukunft in vielen der mittelständischen Unternehmen, wie sie für die deutsche Müllerei typisch sind. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld und der scharfe Wettbewerb im Lebensmittelhandel belasten die Mühlen in zunehmendem Maße. Wir sehen daher ein wachsendes Risiko für strukturelle Verwerfungen in der Mühlenwirtschaft“, beschreibt VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer die Lage.

Die müllerische Kompetenz geht weit über das Zerkleinern von Getreidekörnern hinaus. Der Umgang mit einem Naturprodukt, dessen Eigenschaften und Qualitätsmerkmale von Ernte zu Ernte variieren, erfordert ein umfassendes Know-how, um kontinuierlich gleich bleibende Verarbeitungsqualitäten zu gewährleisten, wie das die Kunden benötigen. „Just-In-Time-Lieferungen, nach Kundenwunsch hergestellte Spezialmehle, die Abfederung der Preisvolatilitäten an den Getreidemärkten oder neue Maßstäbe in der Produktqualität und -sicherheit sind Leistungen, die honoriert werden müssen, aber von manchen Kunden in Lieferverhandlungen häufig gern ausgeblendet werden“, erklärt Weizbauer zum Hintergrund der Situation: „Die Marktpartner in der Wertschöpfungskette sollten daher nach Instrumenten suchen, die auf kalkulatorische Sicherheit zielen. Ich denke dafür beispielsweise an die Möglichkeit, im Dialog geeignete und für beide Seiten günstige Kontrakt-Zeitpunkte zu finden und in den Lieferverträgen festzumachen, um gemeinsam die rohstoffbedingten Kostenrisiken zu verringern.“

Die wirtschaftliche Situation der Branche wäre vermutlich noch ungünstiger, wenn sich Vermahlung und Mehlverbrauch in Deutschland nicht positiv entwickelt hätten. Im Wirtschaftsjahr 2010/11 wurden nach Angaben des VDM acht Millionen Tonnen Brotgetreide vermahlen. „Die stetige Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt den hohen Stellenwert, den die Getreidemahlprodukte – Mehl, Schrot, Grieß und Vollkornerzeugnisse – in unserer Ernährung haben“, kommentiert Weizbauer die Zahlen: „Andererseits muss man aber berücksichtigen, dass hohe Produktionsmengen allein keine Lösung für betriebliche Kalkulationsprobleme sind.“

Vom Feld auf den Teller: Mühlen und Mehl sind zentraler Teil der Ernährungskette

580 deutsche Mühlen vermahlen rund acht Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Ihre Mahlerzeugnisse – Mehl, Schrot, Kleie, Vollkornprodukte – sind die Grundlage für die unerreichte Vielfalt von Brot und Backwaren in Deutschland. Mit rund 6.000 Beschäftigten erwirtschaften die Mühlen einen Jahresumsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Mühlen mit Sitz in Bonn vertritt ihre Interessen.

Star Wars Alpacas

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