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Skyfarming könnte Nahrungsmittelversorgung in 2050 sichern

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© proplanta

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Hohenheimer Agrarforscher haben ein Konzept entwickelt, das die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln zukünftig sicherstellen könnte. Beim Skyfarming wird Reis im Hochhaus angebaut werden – mitten in den Großstädten dieser Erde.

Stuttgart/Hohenheim, 23.05.2012 – Rund 50 Etagen könnten die Reisfelder der Zukunft haben. Dies jedenfalls ist die Vision des Forschungsprojektes Skyfarming der Universität Hohenheim, das der Agrarökologe Folkard Asch gestern vorgestellt hat. Er und sein Kollege Joachim Sauerborn experimentieren derzeit mit Reis, der auf einem Laufband in einem hochtechnisierten Haus angebaut wird und auf diese Weise zur Grundversorgung großer Städte beitragen soll. Ein Modell einer derartigen Mega-Anlage existiert bereits.

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen anwachsen. Zudem leben bereits heute mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Von weltweit 26 Megacities mit über 10 Millionen Einwohnern sind 15 in Asien lokalisiert. “Das sind 15 schwarze Löcher für Reis“, umschreibt Asch die Lage. Reis deckt derzeit rund 20 Prozent des globalen Kalorienbedarfs. Bis 2035 sei eine Steigerung der Produktion um 17 Prozent notwendig, um den nötigen Reisbedarf bereitzustellen, erläutert der Agrarforscher. Der Klimawandel käme verschärfend hinzu. Eine Intensivierung auf der Fläche sei daher unumgänglich.

Die Idee, Anbauflächen durch die Nutzung der Vertikalen zu erhöhen, ist noch relativ jung. Erste Konzepte zum „Vertical Farming“ entwickelte Dickson Despommier, Professor für Public Health an der Columbia University in New York City, Ende der 1990er Jahre. Mehrere Projekte im kleineren bis mittleren Maßstab wurden seitdem auch bereits realisiert. Meist steht dabei Gemüse- und Obstanbau im Mittelpunkt. Die Produkte werden direkt in der Stadt vermarktet, in der sie angebaut werden. Hohenheimer Forscher aber haben nun erstmalig die vertikale Produktion von Grundnahrungsmitteln ins Visier genommen.

Einer der Vorteile des Skyfarming-Konzepts besteht in den kurzen Transportwegen. Am Beispiel von Tokio zeigt Asch auf, dass rein rechnerisch täglich rund 130 Lastwagenladungen à 40 Tonnen nötig seien, um den Reisbedarf der 35 Millionen Einwohner zu decken. Dazu würde mehr als das Doppelte der Stadtfläche für den Reisanbau benötigt. Die Skyfarm vor Ort mit reduzierten Düngermengen und verringertem Methanausstoß – ein großes Problem im Nassreisanbau – soll für positive Umweltaspekte sorgen. Zudem würde die ganzjährige Produktion die Nahrungsmittelversorgung sichern. Ein Hektar Skyfarm würden dabei etwa 10-40 ha Freilandanbau entsprechen, so Asch.

Ziel des Konzeptes stellt im Idealfall ein möglichst geschlossenes System dar. Die Reispflanzen wachsen substrat- und keimfrei in kleinen Öffnungen auf einem Transportband, das sie dem Wachstumsstadium entsprechend in Bereiche mit optimalen Umweltbedingungen bewegt. Die Wurzeln hängen frei in eine Kammer, in der sie ein Nährstoffnebel laufend mit Nährstoffen versorgt.

Im Augenblick ist das Reis-Hochhaus jedoch noch Zukunftsmusik. Bevor ein Prototyp erbaut werden kann, müssen noch zahlreiche offene Punkte geklärt werden. Momentan arbeiten die Wissenschaftler vor allem an Fragen zur optimalen Lichtqualität und -menge sowie dem Nährstoff- und Wasserbedarf der Pflanzen. Ein großes Thema dürften zudem auch die erforderlichen Pflanzenschutzmaßnahmen darstellen.

Bislang mussten sich die Forscher bei diesem Projekt mit einem äußerst geringen Etat bescheiden. Die bisherigen Arbeiten wurden mit gerade einmal 5.300 Euro unterstützt. Doch Asch stellt fest: „Das Interesse an städtischer Landwirtschaft seitens der Forschungsförderer ist in den letzten drei Jahren enorm gestiegen.“ Zahlreiche Partner aus dem Hochschulbereich, den großen Forschungsgesellschaften und auch bereits der Industrie belegen dies. Doch für einen Prototyp eines Skyfarming-Hochhauses, der laut Asch in 5-10 Jahren denkbar wäre, würden rund 12-15 Mio. Euro benötigt. Die Forscher suchen daher einen entsprechenden Geldgeber.

Ein Modell eines Skyfarming-Hochhauses, erstellt im Maßstab 1:333, soll nun für einen größeren Bekanntheitsgrad sorgen. Das Miniatur-Gebäude wird mit dem Ausstellungs-Schiff „MS Wissenschaft“ vom 1. Juni bis 15. Oktober durch Deutschland und Österreich auf Reisen gehen. Dem Leitmotto der Ausstellung, „Zukunftsprojekt Erde“, dürfte Skyfarming aus Hohenheim jedenfalls gerecht werden.

Quelle: www.proplanta.de

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Gentest für Labmagenverlagerung

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TiHo-Wissenschaftler entwickeln neue Untersuchungsmethode für die Rinderrasse „Deutsche Holsteins“

Die Labmagenverlagerung ist eine weitverbreitete Erkrankung, die vorwiegend bei Milchkühen auftritt, die kurz zuvor gekalbt haben. Am häufigsten trifft es Kühe der Rasse Deutsche Holsteins. Eine hohe genetische Disposition sowie verschiedene Umweltfaktoren begünstigen die Positionsveränderung des Labmagens. Ausgelöst wird die Verlagerung des hintersten der vier Kuhmägen über eine verringerte Beweglichkeit (Motilität), in deren Folge sich der Magen aufbläht und schließlich seine Position im Körper der Kuh verändert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) haben in Zusammenarbeit mit der Klinik für Rinder der TiHo und der Klinik für Wiederkäuer der Justus-Liebig-Universität Gießen in Deutschen Holsteins eine Veränderung im sogenannten Motilin-Gen identifiziert, die klar im Zusammenhang mit der Labmagenverlagerung steht. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt im internationalen Fachmagazin PLoS One veröffentlicht (dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0035562).

In 85 bis 95 Prozent der Fälle verlagert sich der Labmagen zur linken Seite indem sich das Organ zwischen die linke Bauchwand und den Pansen schiebt. Die betroffenen Kühe fallen durch Apathie, Fressunlust und eine verminderte Milchleistung auf. Um den Labmagen in seine korrekte Lage zurückzubringen und zu fixieren, ist ein tierärztlicher Eingriff, in der Regel eine Operation, erforderlich. Dabei wird der Labmagen an der unteren Bauchwand festgenäht.

Das Gen, von dem die Wissenschaftler jetzt eine Variante entdeckt haben, enthält die Informationen für das Hormon Motilin. Das Hormon kontrolliert die Magen-Darm-Aktivität zwischen den Verdauungsabschnitten und sorgt für Transport des Mageninhalts. Die genetische Veränderung führt zu einer verminderten Expression des Gens, so dass eine geringere Menge des Hormons produziert wird. Die Folge ist eine verminderte Labmagenaktivität.

Zusätzlich zu dieser Genvariante im Motilin-Gen haben die Wissenschaftler genetische Marker für die Labmagenverlagerung gesucht. Auf Basis ihrer Ergebnisse haben sie einen kombinierten Test entwickelt, mit dem sich die genetische Disposition einer Kuh für eine Labmagenverlagerung mit einer Sicherheit von etwa 80 Prozent bestimmen lässt. „Besonders interessant ist der Test für Besamungsbullen. Diese erkranken zwar nur selten selbst an der Labmagenverlagerung, doch können sie die Krankheitsdisposition an ihre Töchter vererben“, erklärt Professor Dr. Ottmar Distl, Leiter des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung. „Bullen, die nach diesem Gentest eine sehr hohe Anzahl von genetischen Varianten für die Disposition auf Labmagenverlagerung vererben, sollten nach Möglichkeit nur sehr bedingt zur Zucht eingesetzt werden.“ Mit dem Gentest können die Fälle von Labmagenverlagerung deutlich gesenkt und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Schäden verringert werden. Für den Test ist lediglich eine Blutprobe des zu untersuchenden Tieres erforderlich, die an die TiHo geschickt wird. Weitere Informationen zum Test finden Sie im Internet.

Kontakt

Professor Dr. Ottmar Distl

Dr. Stefanie Mömke

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung

Tel.: +49 511 953-8876

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Image-Studie von i.m.a und TNS Emnid: Die Landwirtschaft genießt in Deutschland ein hohes Ansehen

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© i.m.a

Die am 10.05.2012 von der i.m.a im Deutschen Bauernverband (DBV) vorgestellte EMNID-Untersuchung zeugt von einem hohen Ansehen der deutschen Landwirtschaft in unserer Bevölkerung. Die meisten Deutschen sind der Ansicht, dass eine gut funktionierende Landwirtschaft eine Grundvoraussetzung für Lebensqualität ist und einen wichtigen Bestandteil der deutschen Kultur darstellt. Laut Meinungsumfrage zählt der Landwirt hierzulande zu den drei angesehensten Berufen – nur Ärzte und Lehrer werden noch häufiger als “wichtig” erachtet.

Insgesamt ist das Interesse an landwirtschaftlichen Themen seit der letzten EMNID-Umfrage vor fünf Jahren deutlich angewachsen. Der Fokus des Verbraucherinteresses richtet sich dabei auf Produktqualität und Lebensmittelsicherheit. Hinzu kommt das große Interesse am Umgang mit den Nutztieren. Die deutsche Bevölkerung stellt hohe Erwartungen an ihre Landwirte, was zu einem “Anspruchs-Dilemma” führt, wie EMNID-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner erläuterte: Der Verbraucher will beides – günstige Produkte und Genuss mit gutem Gewissen. Zwar werde anerkannt, dass die deutsche Landwirtschaft ihre guten Lebensmittel preiswert anbietet. In den Augen der Öffentlichkeit werde dies jedoch zu sehr mit einer profitablen und hoch technisierten Landwirtschaft erreicht.

“Wir müssen die Bevölkerung noch stärker darüber aufklären, dass wir moderne Landwirtschaft betreiben, um den Wünschen der Bevölkerung nach ausreichend gesunden Nahrungsmitteln, die umwelt- und tiergerecht erzeugt werden, gerecht zu werden”, betonte DBV-Präsident Gerd Sonnleitner bei der Präsentation der Untersuchungsergebnisse. Besonders erfreut zeigte er sich über das hohe Vertrauen, das die deutschen Landwirte im Vergleich zu anderen EU-Ländern in der eigenen Bevölkerung beim Umweltverhalten wie auch bei der Tierhaltung und der Pflege ihrer Höfe, Dörfer und Felder haben.

Mehr als jeder zweite Bundesbürger ist der Meinung, dass landwirtschaftliche Themen in der Schule zu kurz kommen. Zwei Drittel bezweifeln zudem, dass im Unterricht ein realistisches Bild von der Landwirtschaft vermittelt wird. Breite Unterstützung in der Gesellschaft erfährt daher der Vorschlag, entsprechende Lehrinhalte verpflichtend zu unterrichten.

Der Verein für landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit i.m.a führt seit fast 30 Jahren und im Abstand von fünf Jahren gemeinsam mit dem Institut für Medien- und Sozialforschung TNS Emnid eine repräsentative Umfragen zum Ansehen der deutschen Landwirtschaft in der Bevölkerung durch. Der Verein engagiert sich seit mehr als 50 Jahren für die landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit. Die Arbeit des i.m.a e.V. wird gefördert durch die Landwirtschaftliche Rentenbank.

Die Folien gibt es zum Download als PDF

Quelle: i.m.a

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Podiumsdiskussion im TECHNOSEUM über die Lebensmittelproduktion

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Die deutsche Öffentlichkeit steht der Gentechnik häufig kritisch gegenüber; stattdessen haben Produkte aus ökologischer Landwirtschaft Konjunktur.  Doch ist „Bio“ womöglich bloß das Luxus-Label für eine westlich-elitäre Welt, während der Hunger andernorts zunimmt, und damit die Notwendigkeit der Ertragssteigerung? Und wie nachhaltig können Bio-Produkte noch sein, wenn sie in jedem Discounter zu haben sind? Die Podiumsdiskussion am 23. Mai im TECHNOSEUM bringt nicht nur namhafte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, sondern verschränkt auch die Debatten rund um die Gentechnik und um die Bio-Branche miteinander. Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung „Unser täglich Brot … Die Industrialisierung der Ernährung“, die noch bis zum 10. Juni im TECHNOSEUM zu sehen ist. Beginn ist um 18.00 Uhr, der Eintritt ist frei

Für einen vielseitigen Meinungsaustausch ist gesorgt: Als Vertreter der Industrie nimmt Volker Hoch-Achelpöhler teil, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar e.V., während Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg, die Situation der deutschen Landwirtschaft vor dem Hintergrund von wachsendem Wettbewerb, EU-Subventionen und Nachwuchsproblemen schildert. Aus der Perspektive ökologisch orientierter Bauern, Erzeuger und Händler argumentiert Dr. Felix Prinz von Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes ökologischer Lebensmittelwirtschaft. Prof. Dr. Harald von Witzke von der HU Berlin lenkt den Blick auf die internationalen Verflechtungen der Nahrungsmittelherstellung; Prof. Dr. Claudia Neu von der Hochschule Niederrhein wiederum beschäftigt sich mit dem Konsumverhalten der Verbraucher, wenn es um den Kauf von Lebensmitteln geht. Die Moderation übernimmt der Wissenschaftsjournalist Gabor Páal vom SWR.

www.technoseum.de