Bauernblog

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Raps statt Importsoja

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Kosten der Milchproduktion senken

(aid) – Milchviehhalter können ihre Kühe bedenkenlos mit heimischem Rapsschrot statt Importsoja füttern. Dadurch lassen sich die Kosten für die Milchproduktion deutlich senken, teilt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen hat der Austausch von Soja gegen Raps selbst bei Hochleistungskühen keine negativen Auswirkungen auf die Futteraufnahme und die Milchleistung. Auch die Inhaltsstoffe der Milch verändern sich nicht wesentlich, hat die Praxis bestätigt. Allerdings hat Rapsschrot einen etwas niedrigeren Energiegehalt, was bei der Rationsmenge berücksichtigt werden sollte. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt, die optimale Zusammensetzung der Futterration von Experten berechnen zu lassen.

Landwirte, die Rapsschrot statt Sojaschrot verwenden, können die Kosten für die Milchproduktion deutlich senken: Derzeit liegen die Preise für Rapsschrot bei 30 bis 31 Euro pro Dezitonne und damit rund ein Drittel niedriger als bei Sojaschrot. Im vergangenen Jahr war die Preisdifferenz sogar noch größer. Selbst unter Berücksichtigung des geringeren Energiegehalts und des im Darm verfügbaren Eiweißes würde Rapsschrot nur rund 37 Euro je Dezitonne kosten, berechnet die Landwirtschaftskammer.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft “Milchkuhfütterung”, Bestell-Nr. 61-1089, Preis: 3,50 Euro, www.aid-medienshop.de

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Was kostet die Milch?

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Erzeugerkosten höher als Weltmarktpreis

(aid) – Die Milcherzeugergemeinschaft Milch Board hatte schon vor der Internationalen Grünen Woche 2013 (IGW) in Berlin den Milch-Marker-Index angekündet, mit dem die Milchbauern in die Preisverhandlungen mit den Molkereien gehen können. Endlich sollten belastbare Daten zur Verfügung stehen, auf die sich die Landwirte berufen können (siehe aid-Newsletter 01/2013).

Auf dem Weg zum Index wurde zur Grünen Woche das Gutachten über die Milcherzeugungskosten vorgestellt. Gutachterin Dr. Karin Jürgens vom Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) errechnete für die drei Regionen Ost, Nord und Süd Milcherzeugungskosten in Höhe von 45,07, 43,06 und 51,03 Cent je Kilogramm Milch. Die Durchschnittskosten von 50 Cent je Kilogramm scheinen hoch, ähneln aber den Berechnungen des Milchreport Bayern 2011, der 49,3 Cent je Kilogramm Milch errechnete. Das Gutachten bezieht sich jedoch auf eine wesentlich größere Datenbasis. Vielleicht ist die Zahl “50 Cent” deshalb nur verhalten kommentiert worden. Das Milchforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der IGW arbeitete unter dem Motto “Damit wir auch morgen noch melken können” indirekt aus, ob die 50 Cent jemals bezahlt werden könnten.

Für Professor Harald von Witzke, Agrarökonom an der Humboldt-Universität zu Berlin müssten die Erzeugerkosten regionaler erfasst werden. Steigende Effizienz werde die Kosten senken und die Milch auch für den Weltmarkt attraktiv machen.

Nach DBV-Vizepräsident Udo Folgart ist es eine große Leistung der Molkereien, die produzierte Milch ohne Überhang verkauft zu haben. 30 Milliarden Kilogramm gingen 2012 in den Export. Die 1,2 Milliarden Euro Umsatz daraus kämen auch bei den Betrieben an und schafften eine Wertschöpfung im ländlichen Raum. Durch Partnerschaftsabkommen solle die EU neue Absatzmärkte erschließen und festigen. Laut Peter Bleser, Parlamentarischer Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, leiste diese exportierte Milchmenge einen Beitrag zur Welternährung. Es müsse aber besser koordiniert werden, damit Händler in Indien und China die Herkünfte und Qualitäten besser einschätzen können.

Martin Häusling hingegen ist skeptisch. Der Europaabgeordnete der Grünen wirft den Quotenaussteigern “Marktträume” vor, die sich nicht realisieren ließen. Von den jetzigen Milchpreisen von 32 Cent je Kilogramm müsse der Anteil an Direktzahlungen in Höhe von sechs bis zehn Cent noch abgezogen werden. Die meisten Milchbetriebe lebten von der Substanz oder vom Nebenerwerb. Deutschland und Europa würde sich nie mit den Inlandsproduktionen in Indien und China messen können, die auf absehbare Zeit selbst genug Molkereiprodukte erzeugen werden. Weltmarktpreise in Höhe von 30 Cent werden die deutschen Bauern nie ohne Zuzahlungen durchstehen können. Häusling warnte außerdem vor den Partnerschaftsabkommen. Was bei kleineren Staaten durchgesetzt werden könnte, werde bei den großen Verhandlungen mit dem Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas) und den USA schnell ins Gegenteil umschlagen können.

Von den im Gutachten festgestellten hohen Erzeugungskosten sprach da schon niemand mehr. Nur Udo Folgart warnte vor noch weiter steigenden Kosten, wenn beispielsweise für die Jauche- und Gülleanlagen die Doppelwandigkeit Pflicht werde.

Weiter Informationen  hier

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Mehr Soja aus Deutschland?

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Fortschritte in der Forschung

(aid) – Mehr Sojabohnenanbau in Deutschland – ist das möglich? Darüber diskutierten Wissenschaftler, Berater und Praktiker auf dem Sojatag Ende Dezember 2012 in Frankfurt, der vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FIBL) durchgeführt wurde. Basis der Diskussion waren erste Ergebnisse eines 3-jährigen Forschungsprojektes, bei dem verschiedene Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam züchterische, ackerbauliche und verarbeitungstechnische Lösungen entwickeln, die Anbau und Verwertung von Sojabohnen auch in nördlichen Teilen Deutschlands ermöglichen sollen. Finanziert und koordiniert wird das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Als besonders interessant für Landwirte schätzten die Experten vor allem die Sojavermarktung im Lebensmittelbereich ein, insbesondere für die Tofuherstellung. Dr. Volker Hahn von der Universität Hohenheim stellte dazu ein Teilprojekt vor, in dem Zuchtmaterial speziell für die Tofuherstellung selektiert wurde. Erwünscht sind hier vor allem hohe Proteingehalte (45 %) und eine gute Tofufestigkeit, die zurzeit nur wenige Sorten wie etwa “Primus” bieten. Aus den bisherigen Kreuzungen bestehender Sorten mit Primus haben sich laut Hahn mehrere vielversprechende “Kandidaten” herauskristallisiert, die bereits an kommerzielle Züchter weitegegeben wurden.

Dass der Anbau sehr guter Sojaqualitäten für Erzeuger attraktiv ist, bestätigte auch Martin Miersch vom Tofuhersteller Taifun in Freiburg. Für die Saison 2013 will das Unternehmen seinen Vertragsbauern 930 Euro pro Tonne zahlen, allerdings nur für optimale Qualitäten mit Proteingehalten ab 45 Prozent und geringer Feuchte. Diese seien jedoch zurzeit nur in absoluten Gunstlagen am Oberrhein zu erzielen. Dr. Monika Messmer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Schweiz betonte in ihrem Vortrag, dass die erhältlichen Rhizobienpräparate auf die Sorte abgestimmt sein sollten. Bei Verwendung des richtigen Präparats könnten Landwirte bis zu drei Dezitonnen pro Hektar mehr ernten. Sie verwies zudem darauf, dass eine Qualitätskontrolle der Präparate wünschenswert sei, da bei ihren Untersuchungen das Mittel Radicin selbst bei 20-facher Dosierung keine Wirkung auf die Knöllchenentwicklung hatte.

Markus Mücke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellte Versuchsergebnisse zur mechanischen Unkrautregulierung in Sojabohnen vor. Dabei schnitten Hackvarianten mit Flachhäuflern auf leichten Böden am besten ab. Aber auch der Striegeleinsatz sei vor und nach dem empfindlichen Keimstadium sinnvoll. Trotz der sich abzeichnenden Erfolge der Projekte waren sich alle Teilnehmer einig, dass noch weiterer Forschungsbedarf besteht. Laut Dorothée Hahn, Leiterin des Forschungsmanagements im BÖLN, wird diese Forderung auch vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz unterstützt. So würden in Kürze weitere Forschungsprojekte zur Optimierung des Soja- und Lupinenanbaus in Deutschland ausgeschrieben.
Jürgen Beckhoff, www.aid.de
Foto: ©-Monika-3-Steps-Ahead-Fotolia.com

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Niedriger Milchpreis – hohe Futtermittelkosten

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Lage der Milchbauern wird zunehmend schwieriger

(aid) – Die deutschen Milchviehhalter leiden derzeit unter den niedrigen Milchpreisen und gleichzeitig steigenden Futtermittelkosten. So sind die Erzeugerpreise im ersten Halbjahr 2012 kontinuierlich zurückgegangen. Im Juni wurde erstmals seit zwei Jahren im bundesweiten Durchschnitt die Marke von 30 Cent pro Kilogramm knapp unterschritten, meldet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Im Herbst werden die Auszahlungspreise für die Bauern vermutlich wieder etwas steigen, da dann weniger Milch auf dem Markt ist.

Gleichzeitig lässt die Dürre in den USA aber die Kurse für Futtergetreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen weiter ansteigen. Durch das knappe Angebot erhöhen sich die Futtermittelkosten, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV). Besonders deutlich sei der Preisanstieg bei Getreide und Eiweißkomponenten. Die Preise für Sojaschrot sind von Januar bis Juli 2012 um fast 50 Prozent gestiegen. Der Milchpreis kann die Kosten nicht decken, und viele Betriebe sind laut dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in ihrer Existenz bedroht.

Die niedrigen Erzeugerpreise für Milch sind bei einigen Produkten auch beim Verbraucher angekommen. Während sich die Lebensmittelpreise laut Statistischem Bundesamt insgesamt in den vergangenen zwölf Monaten um drei Prozent erhöht haben, waren die Preise für H-Milch und Sahne (je minus 7 %) sowie Butter (minus 23 %) niedriger als im Juli 2011 (Margarine dagegen knapp zehn Prozent teurer). Einen Preisrutsch für Milchprodukte hatten die Discounter ausgelöst, als sie die Preise für Joghurt, Eiskrem und weitere Molkereiprodukte gesenkt hatten. Das hat für Unmut bei deutschen Milcherzeugern gesorgt, da sie auf allen Produktions- und Vermarktungsstufen einen angemessenen Wert für ihr Lebensmittel erzielen möchten.

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