Giftpflanzen auf Wiesen und Weiden
verfasst am 19. März 2010 von Katharina Laub | 2 Kommentare
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Vor einiger Zeit sorgte das Jakobskreuzkraut (Fachbegriff: Senecio jacobaea) für Furore, hatte es sich doch versehentlich unter den Ruccola gemischt, der dann in den Lebensmittelhandel gekommen ist. Aber was macht dieses Kraut so gefährlich?
Die Pflanze enthält so genannte Pyrrolizidin-Alkaloide, genauer gesagt Senecionin und Jacobin, die unter anderem zu starken Leberschäden führen. Ganz genau genommen verursachen nicht die Alkaloide direkt die Leberschäden, sondern vielmehr deren Abbau-Produkte. Davon betroffen sind alle gängigen landwirtschaftlichen Nutztiere wie Pferde, Rinder, Schafe oder auch Ziegen – also jene, die in der Regel länger auf Wiesen und Weiden leben und dort grasen.
Natürlich wachsen noch viele andere Pflanzen auf Wiesen und Feldern, die für Nutztiere gefährlich sein können. Hier werde ich mal einige vorstellen. Der Übersichtlichkeit halber werde ich versuchen, die Pflanzen etwas einzuteilen.
Da wären zum Beispiel solche Pflanzen, die unter anderem Lähmungen des ZNS verursachen können und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.
Dazu gehören der Acker-Schachtelhalm (Equisetum Arvense), der Sumpf-Schachtelhalm, sowie der Adlerfarn (Pteridium Aquilinum). Alle drei Pflanzen enthalten das Enzym Thiaminase, welches das Vitamin B1 im Körper zerstört. Wird dieses Enzym über längere Zeit mit der Nahrung aufgenommen, kommt es zu Mangelerscheinungen und Stoffwechselstörungen, die wiederum Krämpfe und Lähmungen verursachen.
Ebenfalls nicht unterschätzen sollte man die optisch wunderschönen Fingerhüte, sowie Maiglöckchen. Diese Pflanzen enthalten so genannte Glykoside, die die Herztätigkeit bei starker Vergiftung so beeinflussen, dass Herzrythmusstörungen auftreten können. Der Hauptwirkstoff ist das Convallatoxin. Bei einer weniger starken Vergiftung können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Schwindelgefühl die Folge sein.
Beispiele für diese Pflanzen sind der Großblütige Fingerhut (Digitalis Grandiflora), der Rote Fingerhut (Digitalis Purpurea) oder eben auch Convallaria Majalis, besser bekannt unter dem schon erwähnten Namen Maiglöckchen.
In gewisser Weise gehört auch die Beeren-Eibe (Taxus Baccata) dazu, denn auch sie führt etwa eine Stunde nach dem Verzehr zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelgefühl. Der Herzschlag erhöht sich, bevor er dann immer langsamer wird und das Tier stirbt. Die Wirkstoffe sind hier Taxin und Blausäureglykosid.
Zum Ende dieses Artikels möchte ich noch den Gemeinen Wacholder erwähnen, der ätherische Öle enthält. Eine zu hohe Dosis dieser Öle kann bei Tieren zu Nierenschmerzen führen und beeinflusst auch die Harnausscheidung. Weitere Beispiele für Pflanzen, die eine ähnliche Wirkung haben, sind der Abendländische Lebensbaum, der Scharfe Hahnenfuß oder auch die Sumpf-Dotterblume.
Autor: Sören Schewe
Nachtrag. Wenige Tage nach Veröffentlichung dieses Post wurden wir auf ein Merkblatt der DLG aufmerksam, das sich in aller Ausführlichkeit dem Thema widmet und das kostenlos downgeloadet werden kann: “Problemunkräuter im Grünland, Beschreibung und integrierte Maßnahmen”












2 Kommentare
Neuen Kommentar verfassenSören
Das ging aber fix mit dem Onlinestellen. Allerdings steht da immer noch Spinat. Dabei hatte sich das Jakobskreuzkraut doch in den Ruccola geschummelt^^
katthetrainee
Danke, hab es direkt geändert ^^