Landwirtschaft 2050
verfasst am 19. August 2010 von Sören Schewe | 18 Kommentare
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Erschließung neuer Flächen und bessere Nutzung der Ressourcen
Wir müssen weniger Fleisch essen. Ein Satz, den ich öfter lese. Die einen halten dies für eine gute Idee, um dem Problem der Massentierhaltung zu begegnen und damit einhergehende Folgen für die Tiere zu mindern. Andere denken schon mit Schrecken an die Zukunft, wenn immer mehr Menschen auf dem Planeten durch neuen Wohlstand auch mit Fleisch versorgt werden möchten – so wie wir in den letzten Jahrzehnten. Wieder andere spielen mit dem Gedanken, was wohl passierte, wenn wir alle kein Fleisch mehr essen würden – also niemand auf diesem Planeten. Sicher gibt es nicht für alle eine ausgereifte Antwort. Eine gewisse Orientierung können die nachfolgenden Zahlen dennoch geben, denke ich.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat 2008 interessante Daten zur gegenwärtigen Situation publiziert (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass sich diese Situation in den letzten zwei Jahren nicht grundlegend geändert hat) und einige Lösungsansätze genannt, wie wir den potentiellen Mehrkonsum an Fleisch und Milch bewältigen können ohne die Welt mehr zu belasten als ohnehin schon. Aber zuerst die Zahlen:
Momentan stehen für jeden Bewohner auf dieser Erde 30g tierisches Eiweiß pro Tag zur Verfügung. Allerdings variiert dieser Wert sehr stark von 10 bis zu 80g pro Tag – nicht nur zwischen einzelnen Ländern, sondern auch zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Legt man nun die Prognose zugrunde, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf auf rund 9 Milliarden Menschen steigt, kommt man zu einer Erhöhung des tierischen Eiweißbedarfs auf 40g pro Mensch und Tag.
Noch verfügbares Flächenpotential
Durchschnittlich 10g mehr – das klingt erstmal nicht dramatisch. Glaubt man den Berechnungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, dann werden sich die Futtermengen bis 2050 allerdings verdoppeln. Zieht man jetzt noch in Betracht, dass sich die Futterpflanzen die weltweit vorhandene Fläche noch mit sogenannten nachwachsenden Rohstoffen, Energiepflanzen und nicht zuletzt auch Naturschutz- und Siedlungsgebieten teilen muss, besteht die Gefahr, dass irgendetwas leiden muss. Hier gehen die Meinungen allerdings auseinander. Geht es nach der Food and Agriculture Organization of the United Nations, so kann die gegenwärtige Ackerfläche mehr als verdoppelt werden – überwiegend durch Entstehung von 1,6 Milliarden Hektar Ackerland in Latein-Amerika und Afrika – ohne schon vorhandene Flächen wie Naturschutzgebiete nutzen zu müssen. Aber nicht nur die potentiell verfügbare Fläche ist ein limitierender Faktor, sondern auch Wasser, das heute schon nicht überall ausreichend vorhanden ist.
Beeindruckend sind auch die Zahlen der verzehrten Nahrung von Mensch und Tier: verzehrten 6,5 Milliarden Menschen 1 Milliarde Tonnen Nahrung, kamen die 1,6 Milliarden Großtiere (Rinder, Büffel, Pferde und Kamele) auf die 4-fache Menge.
Lösungsansätze
Um die gewohnte Versorgung mit Milch und Fleisch weiterhin aufrecht erhalten zu können, muss der Fokus zum einen auf Pflanzen mit geringen Ansprüchen an ihre Umwelt gerichtet werden – und zum anderen auf eine Verbesserung der Tiergesundheit, Lebensdauer (einhergehend mit einer möglichst kurzen Aufzuchtphase) und Minimierung der Tier- und Futterverluste (durch fehlerhafte Lagerung bzw. Haltung).
Quelle:

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18 Kommentare
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[...] Landwirtschaft 2050 Herzlich willkommen… in Bachmichels Haus, dem privaten Blog von Andrea Juchem. Ich freue mich über Anregungen und Kommentare. gerne direkt unter dem Artikel oder per Mail an: pluripotent(at)web.de Meine beruflichen Seiten Unterstützenswerte NGO´s Geniales Saarland Imagekampagne Saarland Kategorien [...]
Maexchen1
Das Problem sind nicht die möglichen Lösungen, sondern, wie immer, die Menschen.
So lange, wie hier gerade in der Siedlung, die Apfelbäume um genietet werden weil die Früchte Dreck machen aber gleichzeitig die Leute mit 2kg Apfeltüten über diesen Dreck steigen, wird das mit keiner Lösung was.
Es gibt schon lange Lösungen nennt sich Vertikaler Garten.
Mit Erdbeeren (Video)
http://www.sertic-online.de/blog/2009-11-05/vertical-gardening/
Das spart erheblich Fläche.
Vertigro tomato stack
http://www.youtube.com/watch?v=Vtc6eUa-Hu0&NR=1
Wandflächen lassen sich auch nutzen
Auch gibt es Erdhügelhäuser die sogar die Gartenfläche vergrößern.
http://www.sertic-online.de/blog/2009-04-04/es-muss-nicht-immer-beton-sein/
Mehr von diesen Living Green Walls die auch noch die Klimaanlagen erheblich entlasten
http://www.google.de/images?hl=de&q=living%20green%20walls&um=1&ie=UTF-8&source=og&sa=N&tab=wi
Urban Farming
http://www.trendbird.co.kr/1714
http://www.google.de/images?hl=de&q=Urban%20Farming&um=1&ie=UTF-8&source=og&sa=N&tab=wi
http://www.crookedbrains.net/2007/11/underground-urban-farm-in-japan.html
Einige Japaner ernten im Keller drei mal im Jahr Reis.
In Japan gibt es sogar eine Verordnung für Gärten auf dem Dach
http://www.wiwo.de/technik-wissen/dorf-auf-dem-dach-392942/
Dann gibt es noch Gemüseanbau im Container
In einem einzigen Container für den LKW oder See lassen sich zum Beispiel 400 Salatköpfe täglich ernten.
http://www.treehugger.com/files/2005/06/vertical_farmin_2.php
Die Container würde ich aber persönlich durchsichtig machen damit die Sonne genutzt werden kann. Das spart noch mal viel Energie.
Jeder Container spart mehr als 6000 Quadratmeter Ackerland.
Selbst in der Antarktis lassen sich mit so einem Container Früchte ernten.
Da die Container “hermetisch” abgeschlossen sind, bedarf es auch keine Pestizide mehr. Der Wasserverbrauch wird damit auch erheblich gesenkt.
http://www.yocambio.org/2010/01/no-es-mejor-mas-alta-es-mejor-mas-verde.html
Das oben genannte ist vorhanden und kein Utopie.
Nur sind wir mal wieder zu blöde das umzusetzen.
Stattdessen setzen wir lieber auf Genpflanzen und Energie Monokulturen.
http://www.lwg.bayern.de/presse/2010/39407/index.php
Sören
Hallo Maexchen1,
vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich denke, hier sollten potentielle Technologien wie Gentechnik nicht vorschnell verurteilt werden. Ansätze gibt es viele, welche aber auch durchsetzbar sind, wird die Zeit zeigen.
Leider habe ich gerade keine Zeit, alle Links zu lesen, werde das aber nachholen – versprochen!
Maexchen1
Hi Sören
Ich will gar nicht die Gentechnik vorschnell verurteilen, das brauche ich auch nicht.
Es reicht für mich einfach mal in den Ländern zu sehen wo die Gentechnik schon seit Jahren angewendet wird. Stichwort: Superunkraut, Wasserverbrauch Indien, Abhängigkeiten etc.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20624/1.html
Zudem sind alle Ansätze durchsetzbar.
Was aber wirklich durchgesetzt wird, wissen nur die Lobbyisten.
Das war schon immer so, nicht nur bei der Gentechnik.
Sören
Ich glaube, dass diese Sichtweise von wegen der dominierenden Lobbyisten etwas zu einfach ist.
Die Idee der Hochhäuser, in denen dann Gemüse wächst oder sogar Tiere gehalten werden, ist sicherlich interessant. Wie gut diese Idee ankommt oder auch praktikabel ist, das steht erstmal auf einem anderen Blatt. Und zum Thema Gentechnik können wir hier gerne ein munteres Link-Tauschen veranstalten. Du sammelst die Gegen-Argumente und ich die Pro-Argumente. So wie hier:
http://idw-online.de/pages/de/news372873
Natürlich ist Gentechnik nicht DIE Lösung aller Probleme, hat aber durchaus großes Potential, genau wie die konventionelle Züchtung (aus der alle heutigen Rassen und Pflanzensorten entstanden sind).
Sehr spannend ist die Kombination ökologischer und konventioneller Ansätze in der Landwirtschaft, unabhängig von irgendwelchen Bio-Siegeln und anderem Quatsch.
Noch kurz zu den Abhängigkeiten: die existieren jetzt schon beim konventionellen Saatgut…
Sören
Maexchen1,
extra für Dich noch mal gesucht:
http://gute-gene-schlechte-gene.de/
Maexchen1
Der letzte Link sagt mir, Du hast mich falsch verstanden.
Ich bin nicht per se gegen Gentechnik. Auch möchte ich nicht wissen wie viele gegen die Gentechnik sind, auf Demos gehen und noch auf der Demo sich eine Insulinspritze setzen wo das Insulin aus Gentechnik veränderten Organismen hergestellt wurde.
Auch züchte ich selber Pflanzen und Tiere.
Ich habe sogar ein Bioreaktor, NAA und IES nebst Zubehör im Haus.
Klar kannst Du mich mit “pro Artikeln” zubomben. Das kann ich aber nicht, selbst wenn du mich damit provozieren würdest.
Ich kann nur das berichten was ich selber gesehen habe.
Den Satz “…in den Ländern zu sehen wo…” meine ich so wie ich den geschrieben habe.
Seit dem es den Koalitionsvertrag mit der Genkartoffel gibt, obwohl es auch Alternativen gibt, finde ich, das die Lobbyisten dafür sehr gute Arbeit geleistet haben.
Wieso sollte denn da meine Sichtweise zu einfach sein?
Was mich an der Gentechnik stört:
Seit fast 25jahren sagen die; der Welthunger ist gelöst,Gentechnik schafft Arbeitsplätze, Gentechnik geht schneller als die konventionelle Zucht von 15 Jahren, es gibt keine Alternativen und Gentechnik braucht weniger Pestizide .
Jeder dieser einzelnen Punkte trifft bis heute nicht zu.
Selbst die konventionelle Zucht braucht heute keine 15 Jahre mehr.
Auch bringt der reine Mehrertrag auch nichts wie wir dieses Jahr in Deutschland selber feststellen durften.
Mehrertrag braucht auch mehr Wasser, aber wo soll das Wasser denn herkommen?
Viele dieser Böden sind nicht mal mehr in der Lage das Wasser zu speichern.
Dazu tragen auch die schweren Maschinen bei die den Boden immer mehr verdichten.
Auch wird dieser Mehrertrag mit einer steigenden Methan und CO2 Produktion teuer erkauft,
weil dieses Gas weiter das Klima anheizen wird was zu mehr Ernteausfällen führen wird.
Die Kombination von ökologischen und konventionellen Ansätzen finde ich auch spannend.
Nur möchte ich in 2050 in die Natur gehen können um mir eine Pflanze für meine Zuchtversuche zu holen.
Mit der Gentechnik laufe ich aber Gefahr lizenziertes Genmaterial in meiner Zucht zu verwenden weil vor 20 Jahren eine Biene sich nicht an den Abständen gehalten hat. (Die Schutzfristen werden sich bis dahin verlängert haben)
Was ich auch gänzlich vermisse, ob zum Beispiel das Ratten Gen in der eingebrachte Pflanze sich Intermediär oder Dominant weiter vererbt.
Zudem hat die Menschheit schon mehr mals in die Scheisse gegriffen und dafür vor kurzem die RoHS- und die REACH-Verordnung losgelassen.
Da wird sogar überprüft wie gefährlich was ist.
Gleichzeitig wird aber bei der Gentechnik, wo nur der Hersteller die Daten liefert, einfach mal eben was auf die Menschheit losgelassen.
Das kann in meinen Augen einfach nicht sein, egal ob sich die Gentechnik gefährlich herausstellt oder nicht.
Ich finde das es keine Abhängigkeiten mit dem konventionellen Saatgut gibt.
Die können sich immer noch Ihre Pestizide aussuchen, können das Saatgut wechseln und so weiter.
Bei der Gentechnik wird aber nicht das Saatgut gekauft sondern ein System. Dieses System muss auch noch mehrere Jahre Vertrags gebunden weitergeführt werden, ob der Bauer will oder nicht.
Zusammenfassung:
Fakt ist:
Wir werden immer mehr Menschen auf diesem Planeten haben die Essen wollen.
Gentechnik hat ein Potenzial diese Menschen zu ernähren.
Zu diesem Zeitpunkt ist es aber die falsche Lösung, weil:
Wir immer mehr Ernteausfälle haben werden die durch Schadinsekten, Sturm, Hagel, Hitze, Brände, Wassermangel, oder Überschwemmung verursacht wurden.
Daran wird auch die beste Gentechnik veränderte Pflanze nichts ändern können.
Wir brauchen also ein System was immer funktioniert und mit minimalen Wasserverbrauch auskommt.
Dieses kann nur im Container oder Gewächshäuser auf mehrere Etagen geschehen.
Bei Überflutungen wie in Indien oder jetzt in Pakistan spielt das System seine Trümpfe aus.
Es würden zwar die ersten Etagen überflutet werden, aber es würden immer noch Etagen funktionieren. (Wenn nicht gerade das Gewächshaus unter der Wasserlinie und in einem Flussbett gebaut wurde.)
Notinseln sind das dann auch noch.
Bei Waldbrände, wie jetzt in Russland, müsste erheblich weniger geschützt werden.
Da mindestens drei mal im Jahr geerntet werden kann, braucht der Bauer nur 1/3 Ackerfläche für den gleichen Ertrag. (3 Etagen sind 4 Anbauflächen mit dem offenen Dach für zum Beispiel Futterklee)
Ein Pestizid Einsatz ist nicht mehr nötig da hermetisch abgeschlossen = mehr Gewinn für den Bauern.
Wetterschwankungen sind dem Bauern dann auch egal.
Eine Überdüngung der Meere findet auch nicht mehr statt, da in diesem System nahezu ein Wasserkreislauf stattfindet. Es muss eigentlich nur das Wasser ersetzt werden was mit der Ernte herausgetragen wird.
Umweltfreundlicher ist das auch noch.
Eine Erntemaschine braucht um die 1000 Liter Diesel am Tag.
Da die Fläche viel kleiner ist, könnte eine Ernte Maschine mit Strom betrieben werden. Die Erntemaschine könnte durch einen Schlitz die Etagen auf und ab fahren.
Das Methan was bei der Landwirtschaft immer entsteht, egal durch Tiere oder den Anbau, könnte aus der Luft extrahiert werden und weiterverwendet werden.
Das dabei entstehende CO2 könnte ebenfalls extrahiert werden und als CO2 Düngung benutzt werden. (In vielen Gewächshäusern wird das auch jetzt schon gemacht. Was viele auch nicht wissen, Dünger gibt es auch nur begrenzt denn es gibt gar keinen Kunstdünger)
Mit einem ausgeglichen Gleichgewicht in der Umgebung von mehreren Etagengewächshäusern von Ernte, Tieren und Pflanzen, könnten die Tiere mit frisch Grünfutter gefüttert werden. Monate lang gelagertes Futter ist nicht mehr nötig. Auch werden die Transportkosten für das Futter nicht mehr anfallen.
Wenn dann doch noch Gentechnik gebraucht werden sollte, können die das so viel tun wie die wollen.
Da die Gewächshäuser abgeriegelt sind, kann ich im Jahr 2050 immer noch meine Pflanze in der Natur sammeln und damit ohne Angst züchten.
Nur so als Beispielrechnung:
Gewächshaus im Kreis mit einem 33,71m Radius hat eine Fläche von 3570 pro Etage.
Bei nur 5 Etagen + 1 offenes Dach (es würden auch 250 mit 20 Etagen Keller gehen) ist das eine Fläche von 21420
In Fußballfeldern ausgedrückt sind das 3 Fußballfelder
(Fußballfeld mit 68×105 = 7140)
Dabei wird nur die Hälfte des Fußballfeldes gebraucht.
Wenn wir also nicht aufpassen, haben wir mit diesem System sogar wieder eine Überproduktion, egal wie viele Menschen auf der Welt leben.
Klar braucht so ein System auch Strom auch für das Licht. Tageslicht könnte durch eine Optik ins Innerste gebracht werden, die Pflanzen brauchen nicht zu jeder Zeit die gleiche Menge Licht. Die Pflanzen die für ein bestimmtes Wachstum und Vitamine mehr Licht brauchen werden intelligent an dem äußersten Kreis gebracht wo die Sonne rein scheinen kann.
Das gesammelte Methan könnte in der Biogasanlage für die Stromproduktion und Heizung verwendet werden. Solarzellen und Windkraft für den Rest.
Die Wärme die von den Tieren produziert wird, könnte zum Heizen und auch für die Fernwärme genutzt werden.
Die Fläche von dem oben genannten Gewächshaus ist so groß, das die benötigte Menge Wasser aus Regenwasser gewonnen werden kann. Das Wasser in der Luft von der Pflanzenverdunstung wird wiedergewonnen.
Das System hat natürlich auch Macken, gar keine Frage, aber es ist ausbaufähiger als die Gentechnik die dann immer noch von der Natur abhängig ist.
Der Preis von Weizen ist wegen dem Brand in Russland sogar erheblich gestiegen.
Wenn das alles Gentechnik Felder sein würden, hätte der Bauer 2 mal mehr verloren.
Er musste die Saat und die Pestizide kaufen und er bekommt den Gewinn der Ernte nicht.
Von der Ernte was abzwacken für die nächste Saat ist auch nicht.
Mein Opa hätte nur den Gewinn durch die Ernte verloren. Er hatte immer so viel Saatgut abgezwackt das es für 2 mal aussähen reichte.
Zudem hatte er zusätzlich was für die Zucht aufgehoben.
Sören
Maexchen1,
ich finde es ja schon mal löblich, dass Du Gentechnik nicht generell ablehnst. Allerdings unterliegst Du in Deinem Kommentar teilweise einem Denkfehler. Du schreibst:
“Seit dem es den Koalitionsvertrag mit der Genkartoffel gibt, obwohl es auch Alternativen gibt, finde ich, das die Lobbyisten dafür sehr gute Arbeit geleistet haben.
Wieso sollte denn da meine Sichtweise zu einfach sein?”
Gentechnik ist erstmal eine Biotechnologie und fällt damit unter Wissenschaft. Lobbyisten sind solche, die davon leben, dass sie gewisse Interessen vertreten und im Sinne dieser Interessen gerne mal übertreiben oder auch ihrer Linie abträgliche Argumente verschweigen. Kurz gesagt verwechselst Du Wissenschaft und Wirtschaft – oder zumindest vermischt Du sie sehr stark.
“Seit 25 Jahren sagen die…”
Wer? Die Wissenschaftler? Natürlich geben die erstmal eine Prognose ab, was auch damit zusammenhängt, dass sie Forschungsgelder aquirieren müssen.
Die Lobbyisten? Natürlich haben diese eine feste Meinung, um sich auf dem Markt zukünftig positionieren zu können.
Was das benötigte Wasser angeht, gibt es durchaus konventionelle Züchtungsversuche und welche mithilfe der Gentechnik, um dürre-tolerante Sorten herzustellen. Darauf bezog sich ja auch die Prognose der Food and Agriculture Organization of the United Nations, wenn sie schreiben, dass noch viel Potential für zukünftiges Ackerland in Afrika steckt.
Natürlich können die Landwirte es sich aussuchen, woher sie ihr konventionelles Saatgut beziehen, was aber einzig daran liegt, dass es hier viel mehr Anbieter gibt als bei gentechnischem Saatgut – Monsanto hat da eben eine Vorreiter-Rolle.
Was Deine Gewächshaus-Rechnung angeht, kann ich Dir nur zustimmen. Das ist ja auch schon eine durchaus populäre Idee. Ich werde das auch auf jeden Fall verfolgen.
martin
Ich sehe nicht, warum sich diese beiden Konzepte ausschließen sollten. Du wirst kaum behaupten wollen, dass Vertikalgewächshäuser die „magic bullet“ sind, die das Welthungerproblem lösen kann, wie auch niemand behauptet, dass das durch Bio-Landwirtschaft, Hydroponics, molecular breeding oder Gentechnik erreicht werden kann.
Alle Ansätze müssen verfolgt und erforscht werden. Alle Konzepte habe „ihre Macken“ und Vorzüge, das ist doch der Witz.
Und auf der wirtschaftspolitischen Ebene ist auch im Saatgut- und Gentech-Business nicht alles eitel Sonnenschein, das ist klar. Gentpatente sind ein Gräuel und Wirtschaftslobbyismus ist einfach nur furchtbar. Hat nur nichts mit Gentechnik/Biotechnologie zu tun.
Maexchen1
Hi Sören
Bei der Genkartoffel war die Wissenschaft am Ende denn das Produkt ist ja Marktreif.
Ohne Lobby würde diese Genkartoffel nie im Koalitionsvertrag stehen.
Aber das soll nicht der Streitpunkt sein.
Was den Wasserverbrauch angeht, ist das reine Utopie.
So sehr, das ich das noch meilenweit hinter Science-Fiction ansiedeln würde.
Für 1 kg Mais wird ca 800 bis 1000 Liter Wasser benötigt.
Für 1 kg Gerste ca 1000 bis 1300 Liter
Für 1 kg Hirse mehr als 4000 Liter
Für 1 kg Weizen ca 1000 bis 1300 Liter Wasser.
Selbst wenn die Gentechnik den Wasserverbrauch von mehr als 80% senken würde ist das immer noch viel zu viel für Afrika.
Wir haben, Dank unserer Hilfsmittel, in Afrika ein paar Brunnen gebaut.
Das reichte schon um die alten Brunnen die Jahrhundertelang immer Wasser hatten jetzt schon versiegt sind.
Und woher soll der Dünger kommen?
Selbst wenn es Pflanzen geben sollte die in Afrika gut wachsen, werden wir den Dünger nicht mehr bezahlen können. Bis auf das CO2 haben wir keinen Dünger der auch unendlich und auch noch kostenlos zu haben ist.
Denn der Quarzsand ist nicht gerade Nährstoffreich.
martin
Argh, weil die „Genkartoffel“ vermarktet wird, ist sie als Produkt nicht ausbaufähig? Macht das Sinn?
Und was die Wasserproblematik angeht: Weil die Gentechnik das Problem nicht vollständig lösen kann, ist es überflüssig, den Wasserverbrauch zu optimieren? Macht das Sinn?
Und wie stellst du dir vor, Pflanzen nicht zu düngen? Woher sollen denn die Nährstoffe kommen, wenn nicht aus dem Dünger? Du kannst aus dem System nicht endlos Stickstoff in Form von Protein rausziehen, aber keinen nachfüttern. Und außerdem ist Phosphat ein viel größeres Problem als Stickstoff, der ja per Haber-Bosch oder Nitrogenase aus der Atmosphäre gewonnen werden kann. Phosphaterze sind nämöich in der Tat eine sehr endliche Ressource, IIRC.
Ich werde daraus nicht schlau, wenn man deiner Meinung nach keine wassereffizienten Pflanzen erzeugen kann, das Wasser sowieso nicht ausreicht und der Dünger unbezahlbar ist – dann gibt es ja gar keinen Ausweg.
Die Pflanzen in Vertikalgewächshäusern werden ebenso Dünger und Wasser beötigen, und dazu werden sie als hermetisch abgeriegeltes System, das nicht einmal Pathogene einlässt, technisch extrem aufwendig umzusetzen sein und damit für arme Länder finanziell absolute Science Fiction bleiben.
martin
Und wenn ich mir die Konzepte zum Urban Farming so anschaue, dann fallen mir vor allem zwei Sachen auf: der energetische Aufwand ist immens, denn in fast allen Fällen wir mit künstlicher Beleuchtung gearbeitet. Die vertikalen Gärten sind in erster Linie Schmuck und bedürfen hohen Pflegeaufwand. Ich sehe nicht, wie man damit in großem Maßstab Kartoffeln oder Weizen anbauen könnte.
Zweitens muss man sehen, inwiefern das überhaupt skaliert. Ist ja schön, wenn jeder ein paar Pflanzen in seinem Hi-Tech-Loft haben kann, aber wenn das nicht in größerem Maßstab rationalisierbar ist, ist das Utopie.
Ute
Mal eine ganz ernst gemeinte Frage von einer total Ahnungslosen: Wie ist bei vertikalem Anbau eigentlich die Licht- und Wasserversorgung sichergestellt, wenn es sich um richtig große Flächen handelt? Ein Gewächshaus mit ein paar weit auseinanderstehenden Reihen davon mag ja noch angehen. Aber bei mehreren Pflanzen übereinander auf ein paar Hektar angebaut, kriegen doch die untersten Pflanzen gar nicht mehr genug ab? Und wie sieht’s mit den ganzen Säulen und Töpfen aus, die man für sowas braucht? Das kostet doch wieder Unmengen an Rohstoffen? Wie sieht’s mit der Ernte aus und mit der Aussaat – das muß doch im Vergleich zu herkömmlichen Methoden eine Heidenarbeit sein. Macht all das die Produkte nicht am Ende ziemlich teuer?
Ute
@Martin: OK, ich sehe schon, so falsch war meine Überlegung wohl nicht.
Andrea Juchem
Sehr gute Links zu den Thema “Ernährung 2050″ und “vertikale Farmen” habe ich vor ein paar Wochen schon mal hier gepostet. Unbedingt anhören bzw. lesen http://bauernblog.de/interessante-links-juli-2010
Maexchen1
HI @Ute
Das Gemüse und auch Blumen werden im Gewächshaus oft auf Steinwolle angebaut.
Das sieht dann für Tomaten so aus
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ef/Tomato_P5260299b.jpg
Einen Artikel dazu, wo heute schon nur noch Kunstlicht im Gewächshaus eingesetzt wird.
http://www.royalpride.nl/tomato/nieuws.php?nieuwsID=27
In dem letzten Bild wo Grotop steht, ist die Steinwolle in langen Säcken gepackt.
Die zwei Pflanzen selber wachsen bis sie groß genug sind in dem oberen kleinen Kasten aus Papier mit Steinwolle. Wenn die Pflanze reif zum umtopfen ist, wird in der Steinwolle in den Säcken einfach ein Fenster in die Folie geschnitten und den Papierbecher drauf gesetzt. Die Wurzeln wachsen nach unten hin durch.
Die beiden schwarzen Schläuche oben in der Pflanze und in der Seite von dem Steinwolle Sack liefern das Wasser und die die Nährstoffe.
Steinwolle wird auch zur Dämmung von Häusern gebraucht.
Paprika wächst genau so.
Salat kann auch so angebaut werden (Video).
http://www.youtube.com/watch?v=FHBhyqowSEc
Das was in dem Video noch per Hand gemacht wird, wird in diesem Container automatisch erledigt.
http://www.treehugger.com/files/2005/06/vertical_farmin_2.php
Dieser Container der auf jeden LKW passt, produziert jeden Tag 400 Salatköpfe.
Das sind im Jahr 146 000 Salatköpfe bei etwa 65 000 Dollar Betriebskosten im Jahr.
Das System gabs für 200 000 Dollar zu kaufen. Mit einer Solar/Windanlage lassen sich die Betriebskosten noch erheblich senken.
In so einem System bekommen die Pflanzen nur das Wasser und die Nährstoffen die die Pflanzen wirklich brauchen. Daher ist der Wasserverbrauch sehr gering.
Die Dachfläche reicht um den nötigen Wasserbedarf zu decken, vorausgesetzt es regnet noch ab und an.
Das Wasser was die Pflanzen wieder an der Umgebungsluft abgeben wird der Luft entzogen.
Klar kostet das wegen der Energie mehr. Die Pflanzen brauchen ja Licht.
Was nicht durch Optiken ins Gewächshaus geleitet werden kann muss durch Lampen ersetzt werden.
Aber das machen wir schon seit Jahren in der Winterzeit so.
Dadurch werden die viele Früchte im Landen dann ja auch teurer.
Fahre in der dunklen Jahreszeit mal durch Holland wo die vielen Gewächshäuser stehen. Die Gegenden sind Tag hell.
Die komplette Technik für solche Gewächshäuser ist vorhanden, nur hat die bisher noch niemand aufeinander gestapelt.
Für den Hobbybedarf gibt es das auch schon in vielen Shops und auch Gartencentern zu kaufen. Suche mal nach “Steinwolle Kulturblock”
Noch ein Video für den Hobbybereich von GardenGirltv
http://www.youtube.com/watch?v=GQL0MLvWwqE
martin
Maexchen1,
das sind alles vielleicht sehr interessante Ideen, aber wie hilft das alles Leuten in Ländern wie Sierra Leone, die sogar zu arm sind, sich Schuhe zu kaufen?
Ich finde, die Vorteile der beschriebenen Methode liegen vor allem in der fast vollständigen Kontrollierbarkeit: Licht, Nährstoffe, Wasser, Schädlinge, und nicht in der einfachen Durchführbarkeit und in niedrigen Kosten.
Im Gegenteil: deine Hightech-Gewächshäuser erfordern ein hohes Maß an technischem Knowhow, äußerst hohen Wartungsaufwand, geschultes Personal und vor allem Unmengen an Energie. Du möchtest Gewächshäuser stapeln, womit künstliche Beleuchtung notwendig wird. Mit Sonnen- und Windenergie, die nur auf diesem Areal gewonnen wird, wirst du den Energiebedarf eines Gewächs-Hochhauses wohl kaum decken können, die Menge an Sonnenlicht, die auf ein bestimmtes Gebiet fällt, ist begrenzt.
Ich sehe auch andere Probleme: Das Haus müsste zur Wasserersparnis hermetisch geschlossen sein. Im Winter ist das von Vorteil, man muss nur heizen, aber im Sommer wird man die Container aufwendig kühlen müssen. Der geschlossene Nährstoffkreislauf ist eine schöne Idee, nur müsste man dafür Fäkalien und Exkremente wiederverwerten, was angesichts der Medikamenten- und Hormonrückstände wiederum technisch aufwendige Verfahren, um diese Rükcstände zu entfernen. Außerdem müsste natürlich die derzeitige Wasserkanalisation auf ein effizienteres System umgestellt werden.
Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in der Zukunft von vollautomatisierten Nahrungsfabriken ernährt werden, die nur regenerierbare Energien verwenden und unsere Abfälle verwerten und somit von endlichen Ressourcen unabhängig sind. Ich finde nur, dass die Möglichkeiten auf dem freien Feld noch nicht ausgeschöpft sind und es gerade arme Länder, in denen es am nötigsten fehlt, eher auf bezahlbare low-tech-Lösungen angewiesen sind. Gewächshäuser als Alternative für Gentechnik zu präsentieren, ist absurd – es einander nicht ausschließende Konzepte. Wie ich schon sagte, es müssen alle möglichen Lösungsansätze weiterverfolgt werden, wozu auch die grüne Gentechnik gehört.
Line
Perfect just what I was looking for!