Landwirtschaft 2050

verfasst am 19. August 2010 von Sören Schewe | 18 Kommentare

Foto: rokit_de photocase.com

Erschließung neuer Flächen und bessere Nutzung der Ressourcen

Wir müssen weniger Fleisch essen. Ein Satz, den ich öfter lese. Die einen halten dies für eine gute Idee, um dem Problem der Massentierhaltung zu begegnen und damit einhergehende Folgen für die Tiere zu mindern. Andere denken schon mit Schrecken an die Zukunft, wenn immer mehr Menschen auf dem Planeten durch neuen Wohlstand auch mit Fleisch versorgt werden möchten – so wie wir in den letzten Jahrzehnten. Wieder andere spielen mit dem Gedanken, was wohl passierte, wenn wir alle kein Fleisch mehr essen würden – also niemand auf diesem Planeten. Sicher gibt es nicht für alle eine ausgereifte Antwort. Eine gewisse Orientierung können die nachfolgenden Zahlen dennoch geben, denke ich.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat 2008 interessante Daten zur gegenwärtigen Situation publiziert (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass sich diese Situation in den letzten zwei Jahren nicht grundlegend geändert hat) und einige Lösungsansätze genannt, wie wir den potentiellen Mehrkonsum an Fleisch und Milch bewältigen können ohne die Welt mehr zu belasten als ohnehin schon. Aber zuerst die Zahlen:

Momentan stehen für jeden Bewohner auf dieser Erde 30g tierisches Eiweiß pro Tag zur Verfügung. Allerdings variiert dieser Wert sehr stark von 10 bis zu 80g pro Tag – nicht nur zwischen einzelnen Ländern, sondern auch zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Legt man nun die Prognose zugrunde, dass die Weltbevölkerung bis 2050 auf auf rund 9 Milliarden Menschen steigt, kommt man zu einer Erhöhung des tierischen Eiweißbedarfs auf 40g pro Mensch und Tag.

Noch verfügbares Flächenpotential

Durchschnittlich 10g mehr – das klingt erstmal nicht dramatisch. Glaubt man den Berechnungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, dann werden sich die Futtermengen bis 2050 allerdings verdoppeln. Zieht man jetzt noch in Betracht, dass sich die Futterpflanzen die weltweit vorhandene Fläche noch mit sogenannten nachwachsenden Rohstoffen, Energiepflanzen und nicht zuletzt auch Naturschutz- und Siedlungsgebieten teilen muss, besteht die Gefahr, dass irgendetwas leiden muss. Hier gehen die Meinungen allerdings auseinander. Geht es nach der Food and Agriculture Organization of the United Nations, so kann die gegenwärtige Ackerfläche mehr als verdoppelt werden – überwiegend durch Entstehung von 1,6 Milliarden Hektar Ackerland in Latein-Amerika und Afrika – ohne schon vorhandene Flächen wie Naturschutzgebiete nutzen zu müssen. Aber nicht nur die potentiell verfügbare Fläche ist ein limitierender Faktor, sondern auch Wasser, das heute schon nicht überall ausreichend vorhanden ist.

Beeindruckend sind auch die Zahlen der verzehrten Nahrung von Mensch und Tier: verzehrten 6,5 Milliarden Menschen 1 Milliarde Tonnen Nahrung, kamen die 1,6 Milliarden Großtiere (Rinder, Büffel, Pferde und Kamele) auf die 4-fache Menge.

Lösungsansätze

Um die gewohnte Versorgung mit Milch und Fleisch weiterhin aufrecht erhalten zu können, muss der Fokus zum einen auf Pflanzen mit geringen Ansprüchen an ihre Umwelt gerichtet werden – und zum anderen auf eine Verbesserung der Tiergesundheit, Lebensdauer (einhergehend mit einer möglichst kurzen Aufzuchtphase) und Minimierung der Tier- und Futterverluste (durch fehlerhafte Lagerung bzw. Haltung).

Quelle:

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