Lohnt die Einsparung von Kraftfutter?
verfasst am 10. Januar 2010 von Andrea Juchem | 0 Kommentare
TweetDie niedrigen Milchpreise führen selbst in sehr gut geführten Milchviehbetrieben kaum noch zu einer Kostendeckung; an den Direktkosten sind die Futterpreise zu 70 – 80 % beteiligt. Was liegt also näher, als durch verringerte Kraftfuttergaben die Futterkosten zu senken?
Geht diese Rechnung auf? Ist diese Vorgehensweise der richtige Weg?
Zwei aktuelle Untersuchungen sagen eindeutig: NEIN!
Das Landwirtschaftszentrum Haus Riswick in Kleve (Nordrhein-Westfalen) und das Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden (Sachsen-Anhalt) haben unabhängig voneinander Untersuchungen durchgeführt *.
Dabei wurde die Kraftfuttermenge, die zur Abdeckung des Nährstoffbedarfes notwendig ist, in Rationsberechnungen pro Tier oder pro Leistungsgruppe in Abhängigkeit von der Grundfutterqualität, der Milchleistung, des Gewichts der Kuh, des Laktationsstadiums und der Rasse berechnet.
Anschließend wurde untersucht, wie sich Abweichungen von dieser Empfehlung auswirken.
Die Ergebnisse beider Untersuchungen zeigen deutlich:
- Kraftfuttereinsparung senkt zwar die Futterkosten, aber: Die Einbußen beim Milchgeld waren auf Grund der verringerten Milchmenge und der niedrigeren Milchinhaltsstoffe höher als die Einsparungen bei den Kraftfutterkosten (auch bei den momentan niedrigen Kraftfutterpreisen). Wurde im Riswicker Versuch die Kraftfuttermenge von den empfohlenen 6,8 kg auf 5,1 kg gesenkt, fiel die Milchmenge pro Tag um 2,6 kg ECM (energiekorrigierte Milch bei 4% Fett und 3,4% Eiweiß); der Milchfettgehalt sank um 0,4 % und der Milcheiweißgehalt um 0,2 %. Im Versuch in Iden zeigten sich tendenziell ähnliche Ergebnisse.
- Bei einer weiteren Absenkung der Kraftfuttermenge auf 3,7 kg sank die Milchmenge um 3,5 kg ECM im Vergleich zur Kontrollgruppe. Gerade zu Laktationsbeginn führte eine reduzierte Kraftfuttergabe zu einem verstärkten Abbau von Körpersubstanz und damit zu einem erhöhten Risiko von Stoffwechselerkrankungen und ungünstigeren Fruchtbarkeitsdaten.
Fazit:
Auch und gerade unter wirtschaftlichen Aspekten und für die Erhaltung der Tiergesundheit sollte dem Leistungspotential entsprechend gefüttert und keine Reduzierung der Kraftfuttermenge vorgenommen werden.
Trotzdem müssen alle Möglichkeiten einer Kostenreduzierung ausgeschöpft werden. Hervorzuheben ist hierbei in erster Linie die an die niedrige Milchleistung angepasste Kraftfuttermenge im letzten Laktationsdrittel.
Wie können wir Sie dabei unterstützen, dieses Ziel zu erreichen?
- Hilfe bei der Untersuchung Ihres Grundfutters. Sie ziehen die Proben, wir kümmern uns um den Rest. Profitieren Sie von unseren günstigen Konditionen für die Untersuchungen.
- Erstellen einer Rationsempfehlung auf Basis betriebsindividueller Daten (Grundfuttersituation, Fütterungstechnik, Milchleistung usw.). Dabei werden alle ernährungsphysiologisch wichtigen Kenngrößen berücksichtigt.
- Erfolgskontrolle durch Interpretation der Milchkontrollergebnisse und entsprechende Maßnahmen in der Fütterung.
* Quellenangabe:
- Versuch am Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden: Zeitschrift Land und Forst Nr. 30 vom 23.Juli 2009 und topagrar Nr. 9, September 2009
- Versuch Haus Riswick: Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe Nr. 30 vom 23. Juli 2009.

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