Neuweltkameliden

verfasst am 09. April 2010 von Katharina Laub | 2 Kommentare

Haben Sie schon mal von Neuweltkameliden gehört? Unter dieser Bezeichnung vielleicht noch nicht, aber die einzelnen Vertreter sind Ihnen mit Sicherheit bekannt. Im folgenden Blogpost wollen wir Ihnen diese interessanten Tiere etwas näher vorstellen, die in Deutschland immer mehr Anhänger finden.

Zu den Neuweltkameliden zählen wir Lamas, Guanacos, Vikunjas und Alpakas. Guanacos und Vikunas sind die jeweiligen Wildformen aus denen Lamas und Alpakas herausgezüchtet wurden. Früher nannte man die beiden Haustierformen, Lama und Alpaka auch „Schafkamele“, da diese Kleinkamele in vielen Ländern wie Schafe zur Wollgewinnung genutzt wurden. Zoologisch haben sie aber mit den Schafen nichts zutun.
Lamas und Alpakas kommen als Haustiere in den verschiedensten Gebieten vor. Es ist daher fast unmöglich ihnen einen optimalen Lebensraum zuzuordnen. Lamas halten sich meist in einer Höhe zwischen 2300 und 4200 m auf während Alpakas bis zu 4800 m Höhe im Süden Perus und Boliviens zufinden sind. Das Verbreitungsgebiet der Lamas ist immer kleiner geworden und erstreckt sich heute über den Süden Perus, den Westen Boliviens, den Nordosten Argentiniens sowie über die Hochsteppe in Chile.

Lama

Das Lama wird in den Anden Südamerikas vor allem als Trag- und Fleischtier gehalten. Es ist groß und kräftig, trotzdem kann man erwachsenen Hengsten nur Lasten von höchstens 50 kg auflegen, die sie in Tagesmärschen von kaum mehr als 25 km sicher und stetig über die schwierigsten Wege tragen. Nicht allzu schnell, aber ausdauernd ist der Gang einer solchen Karawane. Sie schreiten auffallend leichtfüßig und graziös. Die Lamawolle hat für die indianische Andenbevölkerung eine gewisse Bedeutung, ist aber nicht sehr viel wert – im Gegensatz zu der überaus feinen Wolle des Alpaka.

Alpaka

Alpakas sind viel eigensinniger als Lamas; es ist deshalb recht mühevoll, sie zu scheren. Sie sind kleiner und leichter als das Lama, mit kürzerem Kopf. Wie alle Neuweltkameliden haben sie keine Höcker. Die Unterscheidung zwischen den 2 Rassen liegt in der Faserbeschaffenheit der Wolle.
Die knuffigen teddybärähnlichen Huacaya haben eine fein gekräuselte Faser, wohingegen das elegante Suri, dessen Faser lang herunterwächst und im Idealfall in einer Art Locke zu Boden fällt, weitaus seltener ist.
Obwohl man Wolle auf wirtschaftlichere Weise von Schafen gewinnt, ist die Alpakawolle – vor allem die Alpaka-Suri-Rasse – feiner und weit begehrter als die der meisten Schafrassen.

Seit ein paar Jahren haben sich die Alpakas auch in Europa etabliert. Da die Tiere sehr friedliche und ruhige Tiere sind, werden sie in Deutschland in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Alpakas gibt es in mehr als 20 Farbtönen und über 200 Farbschattierungen. Die Farben der Tiere reichen von reinweiß über beige zu allen Braun- und Rotbrauntönen bis hin zu Grauabstufungen und tiefschwarz. Es gibt außerdem mehrfarbige, gescheckte Tiere. Durch die außergewöhnliche natürliche Farbpalette entfällt auch das Färben der Wolle mit Chemie.

Die Alpakazucht ist eine echte Marktnische, innerhalb dieser Marktnische bildet die vom Aussterben bedrohte Rasse Suri, wiederum eine eigene Marktlücke. Sowohl nach der Faser als auch nach hochwertigen Zuchttieren besteht weltweit eine hohe Nachfrage. Die meisten Züchter und Halter sind bisher dem Hobbybereich zuzurechnen. Jedoch steigt die Zahl derer, welche die Alpakazucht als Landwirtschaft im Haupt- oder Nebenerwerb betreiben.

Die Marktentwicklung in anderen Ländern hat gezeigt, dass es bei Alpakas bei steigender Qualität der Tiere eine sehr kontinuierliche und stabile Aufwärtsentwicklung der Durchschnittspreise gibt. Durch die kontinuierliche Verbesserung der Zuchttiere, dies ist auch in Europa zu erkennen, muss von einem steten Anstieg des Marktpreises für hochwertige Zuchttiere ausgegangen werden.

Haltung

Eine richtige Ernährung ist für beide Rassen, lebenswichtig. Sie brauchen nämlich harte Pflanzen, damit die Zähne sich abnützen. Denn sie sind die einzigen Tiere, außer Nagetiere, deren Schneidezähne nachwachsen. Neuweltkameliden sind Wiederkäuer und aufgrund ihrer Herkunft mit einem eher kärglichen Angebot an Futter, genügsame Tiere. Sie fressen Gras und sollten immer Zugang zu Raufutter (Heu), Mineralfutter und frischem Wasser haben. Sie können ganzjährig draußen gehalten werden, sind standorttreu und beschädigen die Zäune nicht. Als Schwielensohler beeinträchtigen sie die Grasnarbe kaum, dadurch eignen sie sich sehr gut als Landschaftspfleger, auch in Bereichen mit steiler Hanglage. Außerdem sind es Herdentiere und müssen mindestens in Zweiergruppen gehalten werden.

Für hilfreiche Hintergrundinformationen empfehle ich die Seite www.alpacas.de . Hier gibt es auch ganz klare Tipps was bei einem Einstieg in die Alpaka-Haltung alles so zu beachten ist.

Aber Vorsicht – Alpakas spucken genauso gerne wie Lamas! Üblicherweise bespucken sich die Tiere nur untereinander, aber Alpakas die mit Menschen groß geworden sind können auch diese anspucken.

Katharina Laub

Quelle:  www.alpacas.de www.wikipedia.de www.blog.farmarbeit.de

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