Bauernblog

, , ,

Niedriger Milchpreis – hohe Futtermittelkosten

0 Kommentare

Lage der Milchbauern wird zunehmend schwieriger

(aid) – Die deutschen Milchviehhalter leiden derzeit unter den niedrigen Milchpreisen und gleichzeitig steigenden Futtermittelkosten. So sind die Erzeugerpreise im ersten Halbjahr 2012 kontinuierlich zurückgegangen. Im Juni wurde erstmals seit zwei Jahren im bundesweiten Durchschnitt die Marke von 30 Cent pro Kilogramm knapp unterschritten, meldet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Im Herbst werden die Auszahlungspreise für die Bauern vermutlich wieder etwas steigen, da dann weniger Milch auf dem Markt ist.

Gleichzeitig lässt die Dürre in den USA aber die Kurse für Futtergetreide, Ölsaaten und Eiweißpflanzen weiter ansteigen. Durch das knappe Angebot erhöhen sich die Futtermittelkosten, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV). Besonders deutlich sei der Preisanstieg bei Getreide und Eiweißkomponenten. Die Preise für Sojaschrot sind von Januar bis Juli 2012 um fast 50 Prozent gestiegen. Der Milchpreis kann die Kosten nicht decken, und viele Betriebe sind laut dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in ihrer Existenz bedroht.

Die niedrigen Erzeugerpreise für Milch sind bei einigen Produkten auch beim Verbraucher angekommen. Während sich die Lebensmittelpreise laut Statistischem Bundesamt insgesamt in den vergangenen zwölf Monaten um drei Prozent erhöht haben, waren die Preise für H-Milch und Sahne (je minus 7 %) sowie Butter (minus 23 %) niedriger als im Juli 2011 (Margarine dagegen knapp zehn Prozent teurer). Einen Preisrutsch für Milchprodukte hatten die Discounter ausgelöst, als sie die Preise für Joghurt, Eiskrem und weitere Molkereiprodukte gesenkt hatten. Das hat für Unmut bei deutschen Milcherzeugern gesorgt, da sie auf allen Produktions- und Vermarktungsstufen einen angemessenen Wert für ihr Lebensmittel erzielen möchten.

Weitere Informationen hier

1 Person gefällt das.

, , , ,

Proplanta mit aktuellsten Ernteprognosen

0 Kommentare

Der Geodienst von Proplanta fasst in einem neuen Projekt die aktuellsten Ernteschätzungen in einer Übersichtskarte zusammen.

Stuttgart/Hohenheim, 12.07.2012 – Beginnend mit dem Drusch der Wintergerste startet derzeit in Deutschland überall die Getreideernte. Die Erwartungen an die diesjährige Saison variieren nicht nur regional, sondern werden auch von verschiedenen Fachleuten unterschiedlich eingeschätzt. Insgesamt wird in diesem Jahr eine eher unterdurchschnittliche Ernte erwartet. Ernteschätzungen verschiedener Quellen fasst das neue Projekt des Proplanta Geodienstes „Ernteprognosen 2012“ auf einer Landkarte zusammen.

„Umfassend, übersichtlich und überregional bieten wir jetzt einen Direktzugriff auf die aktuellsten Ernteprognosen 2012“, berichtet Dr. Jörg Mehrtens, Geschäftsführer von Proplanta. „Die zentrale Bündelung und laufende Aktualisierung der Ernteberichte soll neben den im Juli 2011eingeführten Echtzeitkursen Landwirte und Landhändler bei der Einschätzung der Marktsituation und der Vermarktung unterstützen“, so Mehrtens.

In seinem Erntegespräch vergangene Woche berichtete der Deutscher Bauernverband (DBV), dass sich seiner Einschätzung nach vor allem die verringerte Anbaufläche der ertragsstärkeren Winterkulturen mindernd auf die Erntemenge auswirken dürfe. Fröste im Februar hatten zu erheblichen Auswinterungsschäden geführt. Auch die Erträge für Winterweizen dürften dieses Jahr nach DBV-Schätzung rund sechs Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Der Wintergerste-Ertrag soll ebenfalls unterdurchschnittlich ausfallen.

Bei Sommergetreide rechnet der DBV mit Produktionssteigerungen, die vor allem auf die erhebliche Flächenausdehnung nach Umbruch wegen Auswinterung zurückzuführen sind. Bei Raps seien die Ausfälle durch den Frost relativ gering, die Erträge sollen nur leicht unter dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) kam in seiner jüngsten Ernteschätzung Mitte Juni zu einer grundsätzlich ähnlichen Einschätzung. Auch er betont, dass insbesondere die Auswinterungen und die daraus resultierenden verringerten Anbauflächen die Ernteerwartungen beeinträchtigen. Der DRV rechnet mit einer Winterweizenernte von knapp 20,3 Mio. t und einer Wintergerstenernte von 6,3 Mio. t. Die Hektarerträge schätzt der DRV bei Winterweizen auf Vorjahresniveau, bei Wintergerste sogar 3 Prozent darüber.

Durch die deutlich erhöhten Anbauflächen von Sommerweizen und Sommergerste geht der DRV bei diesen Kulturen von einer Erntemenge von rund 1,0 Mio. t bzw. 2,7 Mio. t aus gegenüber 0,3 Mio. t bzw. 2,0 Mio. t im Vorjahr. Für Winterraps erwartet der Verband in Deutschland sogar eine Produktionssteigerung von 18 Prozent im Vergleich zu 2011.

Aktuelle Ernteschätzungen sind jetzt im Proplanta-Geodienst in einer Übersichtskarte zu finden. Direktlink zum Projekt „Ernteprognosen 2012“

© Doc RaBe - Fotolia.com

, , , , , ,

Zwergsteinbrand in Weizen

0 Kommentare

Neues Verfahren erleichtert Einschätzung des Infektionsrisikos

(aid) – Zwergsteinbrand gehört neben Steinbrand zu den gefährlichsten Krankheiten im ökologischen Weizenanbau. Infizierte Partien eignen sich weder zum Backen noch zum Verfüttern. Zur Infektion kommt es vor allem durch Sporen im Boden. Im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) haben Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich das Risiko einer Infektion besser einschätzen lässt.
Mit Hilfe einer Nassfiltration gelang es den Forschern, das Sporenpotenzial im Boden vor der Aussaat zu bestimmen. Als Schwellenwert ermittelten sie auf der Basis der bisherigen Daten einen Wert von 50 Sporen pro zehn Gramm Boden. Liegt die Sporenzahl höher, ist vom Weizenanbau abzuraten, da es bei günstigen Infektionsbedingungen zu einer starken Belastung des Erntegutes kommen kann.
Obwohl das Verfahren noch nicht vollständig ausgereift ist, besteht sowohl im ökologischen als auch im konventionellen Bereich großes Interesse an diesem Verfahren. Denn vor allem in Bayern waren im Jahr 2011 auch viele konventionelle Betriebe betroffen, obwohl sie zertifiziertes Saatgut nutzten. Zudem gibt es für den konventionellen Anbau derzeit nur ein wirksames, zugelassenes Beizmittel gegen Zwergsteinbrand.
Um die Sporenbelastung im Boden möglichst gering zu halten, empfehlen die Experten auch die Sporenbelastung der Körner vor der Aussaat zu berücksichtigen. Zertifiziertes Saatgut sollte nach den Forschungsergebnissen den bestehenden Grenzwert von 20 Sporen pro Korn nicht überschreiten. Zudem ergaben erste Sortenversuche, dass die verfügbaren Weizensorten große Unterschiede bei der Anfälligkeit für Zwergsteinbrand aufweisen. Eine verlässliche Sortenliste zur Anfälligkeit soll nach der Auswertung eines weiteren Anbaujahres zur Verfügung stehen.

Jürgen Beckhoff, www.aid.de

3 Personen gefällt das.

Märkte aus dem Gleichgewicht, Vermahlung auf Rekordhöhe

0 Kommentare

Deutsches Mehl europaweit am günstigsten

Bonn, 30. November 2011. Nirgendwo in Europa werden Mahlerzeugnisse zu so günstigen Preisen gehandelt wie in Deutschland. Auf der anderen Seite sehen sich die deutschen Mühlen mit Einkaufspreisen für Brotgetreide konfrontiert, die in der jüngsten Vergangenheit wiederholt drastisch in die Höhe gingen.

Die Preisschwankungen im Mühlenbereich sind fast ausschließlich auf die Getreidepreise zurückzuführen. Das zeigen die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Preisindizes: Bei den Einkaufspreisen für den Mühlenrohstoff Weizen hat es in den letzten Jahren wiederholt extreme Verteuerungen gegeben. Diese folgen bei der weltweit bedeutendsten Getreideart Weizen den Preisen am Weltmarkt, der auf größere Nachfrage mit steigenden Preisen reagiert. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind dabei knappe Ernten in wichtigen Erzeugerländern, das Wachstum der Weltbevölkerung, Änderungen der Verzehrgewohnheiten und die Förderung der Agroenergie. Die Mühlenabgabepreise für Weizenmehl in Deutschland folgen zwar in der Tendenz der Entwicklung der Getreidepreise, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau und jeweils mit Zeitverzug.

Ähnlich ist die Situation bei Roggen, auch wenn diese Getreideart im Welthandel kaum eine Rolle spielt. Hier sind es auch heimische Probleme, die aktuell den Markt beeinflussen. Stark eingeschränkte Roggenanbauflächen und der qualitative „Nahezu-Total-Ausfall“ in einigen der klassischen Lieferregionen Ostdeutschlands führen zu Engpässen in der regionalen Rohstoffbeschaffung. Es ist schon lange her, dass der Anteil von Brotroggen an der Erntemenge mit 50 Prozent so niedrig geschätzt wurde wie in diesem Jahr. Das hat sich bereits in drastisch gestiegenen Einkaufspreisen für Brotroggenqualitäten bemerkbar gemacht, die in der diesjährigen Ernte in bislang ungekannte Höhen schnellten und teilweise sogar Elite-Weizen-Niveau überschritten.

Von der Kostenschere zum fairen Kosten-Sharing

Diese Situation führt in der Müllerei zu einer dramatischen Kostenschere: Auf der einen Seite stehen die – für die Landwirtschaft sicherlich erfreulich – hohen Getreide-Einstandspreise, die in der betrieblichen Kalkulation einer Mühle mit rund 80 Prozent den Löwenanteil ausmachen. Auf der anderen Seite sind kostendeckende Verkaufspreise am Markt vielfach nicht zu realisieren, weil sich die Mehlnachfrage fast ausschließlich an Niedrigpreisen orientiert und auf Qualitätsaspekte wenig Rücksicht nimmt. So befindet sich die heimische Müllerei nach Ansicht des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM) in einer extrem schwierigen „Sandwich“-Position zwischen Landwirtschaft und Backgewerbe. „Die Umsatzrendite liegt im Branchendurchschnitt deutlich unter einem Prozent, was Produktentwicklungen, Innovationen und Investitionen erschwert. Aktuell schreibt eine Reihe von Mühlen sogar rote Zahlen. Das gefährdet diebetriebswirtschaftliche Zukunft in vielen der mittelständischen Unternehmen, wie sie für die deutsche Müllerei typisch sind. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld und der scharfe Wettbewerb im Lebensmittelhandel belasten die Mühlen in zunehmendem Maße. Wir sehen daher ein wachsendes Risiko für strukturelle Verwerfungen in der Mühlenwirtschaft“, beschreibt VDM-Hauptgeschäftsführer Manfred Weizbauer die Lage.

Die müllerische Kompetenz geht weit über das Zerkleinern von Getreidekörnern hinaus. Der Umgang mit einem Naturprodukt, dessen Eigenschaften und Qualitätsmerkmale von Ernte zu Ernte variieren, erfordert ein umfassendes Know-how, um kontinuierlich gleich bleibende Verarbeitungsqualitäten zu gewährleisten, wie das die Kunden benötigen. „Just-In-Time-Lieferungen, nach Kundenwunsch hergestellte Spezialmehle, die Abfederung der Preisvolatilitäten an den Getreidemärkten oder neue Maßstäbe in der Produktqualität und -sicherheit sind Leistungen, die honoriert werden müssen, aber von manchen Kunden in Lieferverhandlungen häufig gern ausgeblendet werden“, erklärt Weizbauer zum Hintergrund der Situation: „Die Marktpartner in der Wertschöpfungskette sollten daher nach Instrumenten suchen, die auf kalkulatorische Sicherheit zielen. Ich denke dafür beispielsweise an die Möglichkeit, im Dialog geeignete und für beide Seiten günstige Kontrakt-Zeitpunkte zu finden und in den Lieferverträgen festzumachen, um gemeinsam die rohstoffbedingten Kostenrisiken zu verringern.“

Die wirtschaftliche Situation der Branche wäre vermutlich noch ungünstiger, wenn sich Vermahlung und Mehlverbrauch in Deutschland nicht positiv entwickelt hätten. Im Wirtschaftsjahr 2010/11 wurden nach Angaben des VDM acht Millionen Tonnen Brotgetreide vermahlen. „Die stetige Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt den hohen Stellenwert, den die Getreidemahlprodukte – Mehl, Schrot, Grieß und Vollkornerzeugnisse – in unserer Ernährung haben“, kommentiert Weizbauer die Zahlen: „Andererseits muss man aber berücksichtigen, dass hohe Produktionsmengen allein keine Lösung für betriebliche Kalkulationsprobleme sind.“

Vom Feld auf den Teller: Mühlen und Mehl sind zentraler Teil der Ernährungskette

580 deutsche Mühlen vermahlen rund acht Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Ihre Mahlerzeugnisse – Mehl, Schrot, Kleie, Vollkornprodukte – sind die Grundlage für die unerreichte Vielfalt von Brot und Backwaren in Deutschland. Mit rund 6.000 Beschäftigten erwirtschaften die Mühlen einen Jahresumsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Mühlen mit Sitz in Bonn vertritt ihre Interessen.