Bauernblog

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Tragische Unfälle und absonderliche Pannen in der Landwirtschaft

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Die Landwirtschaft gilt als einer der gefährlichsten Berufszweige. Zahlreiche Unfälle der letzten Jahre fasst nun der Geodienst von Proplanta auf einer Übersichtskarte zusammen.

Statistik zu Arbeitsunfällen

www.proplanta.de

Stuttgart/Hohenheim, 17.07.2012 – 166 Unfälle mit Todesfolge meldeten im vergangenen Jahr die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften in Deutschland. Die Gesamtzahl der meldepflichtigen Unfälle lag im gleichen Jahr bei 88.839. Damit zählt die Landwirtschaft – nach der Bauwirtschaft – zu einem der gefährlichsten Berufszweige überhaupt.

Zahlreiche tragische und schockierende, aber auch kurios anmutende Unfallereignisse rund um die Land- und Forstwirtschaft bündelt nun der Proplanta Geodienst. Die Darstellung auf einer Landkarte lässt das Unfallgeschehen räumlich eingrenzen. Auch in Zukunft wird die Übersicht laufend aktualisiert.

Insgesamt sind die Zahlen der meldepflichtigen Unfälle in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung seit 2002 rückläufig. Dabei beträgt der Rückgang von 2002 bis 2011 rund 25 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der nicht meldepflichtigen Unfälle an (siehe Grafik), was erfreulicherweise auf eine Verschiebung hin zu weniger schweren Schäden schließen lässt. Meldepflichtig ist ein Unfall, wenn der Verunglückte mehr als drei Tage arbeitsunfähig wird. Der Anteil tödlicher Verläufe in dieser Sparte betrug im Jahresdurchschnitt seit 2002 rund 0,2 Prozent.

Besonders hohe Unfallgefahr zeigt eine Auswertung der Berufsgenossenschaft Baden-Württemberg für das Jahr 2009 in den Bereichen der Verkehrs- und Transportwege, Waldarbeiten sowie in der Tierhaltung auf. Nutztiere verursachen in Deutschland jedes Jahr etwa 18.000 Unfälle, wobei zwei Drittel davon auf das Konto von Rindern gehen. Sehr unfallträchtige Tätigkeiten sind außerdem vor allem Unterhaltungsarbeiten an Maschinen, Geräten und Fahrzeugen sowie Feldarbeiten.

In den verschiedenen Altersklassen besteht nach Angaben der Berufsgenossenschaft Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland für Senioren ein besonders hohes Unfallrisiko. Demnach sind bei rund 57 % der Unfälle mit Todesfolge die Opfer über 60 Jahre alt. Stürze stellen in dieser Altersgruppe die häufigste Unfallursache dar.

Die Übersichtskarte zum Projekt „Unfälle in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft“ findet sich jetzt unter folgendem Direktlink.

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Gentest für Labmagenverlagerung

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TiHo-Wissenschaftler entwickeln neue Untersuchungsmethode für die Rinderrasse „Deutsche Holsteins“

Die Labmagenverlagerung ist eine weitverbreitete Erkrankung, die vorwiegend bei Milchkühen auftritt, die kurz zuvor gekalbt haben. Am häufigsten trifft es Kühe der Rasse Deutsche Holsteins. Eine hohe genetische Disposition sowie verschiedene Umweltfaktoren begünstigen die Positionsveränderung des Labmagens. Ausgelöst wird die Verlagerung des hintersten der vier Kuhmägen über eine verringerte Beweglichkeit (Motilität), in deren Folge sich der Magen aufbläht und schließlich seine Position im Körper der Kuh verändert. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) haben in Zusammenarbeit mit der Klinik für Rinder der TiHo und der Klinik für Wiederkäuer der Justus-Liebig-Universität Gießen in Deutschen Holsteins eine Veränderung im sogenannten Motilin-Gen identifiziert, die klar im Zusammenhang mit der Labmagenverlagerung steht. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler jetzt im internationalen Fachmagazin PLoS One veröffentlicht (dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0035562).

In 85 bis 95 Prozent der Fälle verlagert sich der Labmagen zur linken Seite indem sich das Organ zwischen die linke Bauchwand und den Pansen schiebt. Die betroffenen Kühe fallen durch Apathie, Fressunlust und eine verminderte Milchleistung auf. Um den Labmagen in seine korrekte Lage zurückzubringen und zu fixieren, ist ein tierärztlicher Eingriff, in der Regel eine Operation, erforderlich. Dabei wird der Labmagen an der unteren Bauchwand festgenäht.

Das Gen, von dem die Wissenschaftler jetzt eine Variante entdeckt haben, enthält die Informationen für das Hormon Motilin. Das Hormon kontrolliert die Magen-Darm-Aktivität zwischen den Verdauungsabschnitten und sorgt für Transport des Mageninhalts. Die genetische Veränderung führt zu einer verminderten Expression des Gens, so dass eine geringere Menge des Hormons produziert wird. Die Folge ist eine verminderte Labmagenaktivität.

Zusätzlich zu dieser Genvariante im Motilin-Gen haben die Wissenschaftler genetische Marker für die Labmagenverlagerung gesucht. Auf Basis ihrer Ergebnisse haben sie einen kombinierten Test entwickelt, mit dem sich die genetische Disposition einer Kuh für eine Labmagenverlagerung mit einer Sicherheit von etwa 80 Prozent bestimmen lässt. „Besonders interessant ist der Test für Besamungsbullen. Diese erkranken zwar nur selten selbst an der Labmagenverlagerung, doch können sie die Krankheitsdisposition an ihre Töchter vererben“, erklärt Professor Dr. Ottmar Distl, Leiter des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung. „Bullen, die nach diesem Gentest eine sehr hohe Anzahl von genetischen Varianten für die Disposition auf Labmagenverlagerung vererben, sollten nach Möglichkeit nur sehr bedingt zur Zucht eingesetzt werden.“ Mit dem Gentest können die Fälle von Labmagenverlagerung deutlich gesenkt und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Schäden verringert werden. Für den Test ist lediglich eine Blutprobe des zu untersuchenden Tieres erforderlich, die an die TiHo geschickt wird. Weitere Informationen zum Test finden Sie im Internet.

Kontakt

Professor Dr. Ottmar Distl

Dr. Stefanie Mömke

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung

Tel.: +49 511 953-8876

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Milch und Honig, Teil 2

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Teil 2: Milch

Die Kälbchen blöken. Die Bullen muhen. Völlig unbeeindruckt kauen Janne, Fler, Hage butte und all die anderen Milchkühe ihr Heu und schauen mit großen, braunen Augen ins Gelände. 350 Rindviecher leben auf Gut Wulfsdorf, einem weitläufigen Hof am Rande von Ahrensburg. Hier ist die Kuh König. Oder besser: Königin. Ihr Rhythmus bestimmt den Alltag der Landwirte Elisabeth und Georg Lutz. Alle zwölf Stunden wird gemolken und gefüttert, abends um halb sechs, morgens um halb sechs. Wer Milch will, muss fleißig sein. »Wir können gar nicht anders, als unseren

Tieren einfach dankbar zu sein«, sagt Elisabeth Lutz. Sie, ihre Familie und zwanzig Mitarbeiter leben vom Ertrag der Tiere. Bloße Wirtschaftsfaktoren sind die Kühe deswegen noch lange nicht. Auch nach vielen Jahren auf dem Hof scheint es ihr und ihrem Mann Georg immer noch wie ein Wunder, was ihre Kühe leisten. Täglich geben sie bis zu 30 Liter Milch, fett und warm. Dazu kommt: Jedes Jahr bekommt die Kuh ein Kalb – Voraussetzung dafür, dass sie überhaupt Milch geben kann. Das Leben auf dem Hof ist anstrengend – für die Kühe und für die Landwirte. Und egal, wie sehr sie ranklotzen, allein in ihren Händen liegt das Gelingen nicht. »Bevor gemolken wird, muss Futter gemacht werden. Dafür muss das Gras wachsen. Dazu muss es mal regnen, mal die Sonne scheinen«, sagt Elisabeth Lutz. »Eigentlich unglaublich, was die Natur uns gibt, damit wir leben können. Da wirken so viele Mächte. Ich glaube, man kann sie Gotteskräfte nennen.« Georg Lutz ist schon mit Kühen aufgewachsen, hat sie betreut und gemolken, seit er zwölf ist. Trotzdem freut er sich jeden Tag über die Milch. Und dankt Janne, Fler und Hagebutte dafür. Innerlich und mit Worten. Alle seine fünfzig Milchkühe kennt er beim Namen. Bevor sie an Altersschwäche sterben, schickt der Landwirt die Kühe zum Schlachter, ihr Fleisch wird verkauft. Das fällt ihm nicht leicht. »Aber das ehrt die Kuh ja auch, dass ihr Körper nicht einfach entsorgt wird.« Er bemüht sich, jede einzelne seiner alten Kühe zu verabschieden. Dann streichelt er das Tier noch einmal und bedankt sich für die gemeinsame Zeit. »Ich erinnere mich dann an besondere Momente, an eine schwierige Geburt zum Beispiel.« Und es ist auch der Moment des Verzeihens – denn Bauer und Kuh machen sich das Leben gegenseitig auch schwer. »Ich entschuldige mich, wenn ich wütend auf sie war. Zum Beispiel, als eine den Tierarzt auf die Hörner genommen hat, oder als eine andere ausgebüxt ist und dann Feuerwehr und Polizei ausrücken mussten. « Er entschuldigt sich auch, wenn er manche Kuh lange Zeit kaum beachtet hat. Für selbstverständlich genommen zu werden, so Bauer Lutz, hätten weder seine Kühe noch ihre Milch verdient.

Veröffentlichung des Textes mit freundlicher Genehmigung: Verein Andere Zeiten. Der Text stammt aus „Magazin zum Kirchenjahr, Heft 03/2010

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Raus auf die Weide

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Höchste Zeit für die Zaunkontrolle

(aid) – Wiesen und Weiden werden grün, das Gras wächst und der Weidegang für Rinder, Schafe und Pferde rückt näher. Spätestens jetzt sollten die Zäune kontrolliert und repariert werden. Gerade zu Beginn der Weidezeit ist das Risiko groß, dass Tiere ausbrechen. Sie sind es noch nicht gewohnt, draußen zu sein und kennen die “Grenzen” ihrer Freiheit noch nicht. Für jede Tierart gibt es einige Besonderheiten zu beachten.

Für weideerfahrene Milchkühe kann ein einfacher Elektrozaun ausreichend sein, während für Bullen generell drei stromführende Stahldrähte vorgesehen werden sollten. Pferde haben als “Flucht- und Lauftier” einen großen Bewegungsdrang. Die Zäune müssen ausreichend Hütesicherheit bieten, gleichzeitig für die Tiere gut sichtbar und entsprechend hoch sein. Welcher Zaun für welche Tierart gut geeignet ist und worauf Tierhalter generell bei der Errichtung von Weidezäunen achten sollten, beschreibt ausführlich das aid-Heft “Sichere Weidezäune”.

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